Es duftet fein aus der Backstube, Brot und Zöpfe werden im grossen neuen Steinofen langsam goldbraun. Die Bäcker und Lehrlinge in der Backstube von Regula und Burkard Kreyenbühl bereiten neuen Teig vor, denn ein kleinerer Ansturm wird erwartet, spätestens am Wochenende.

Verständlich, denn gleich drei Produkte der Bäckerei Kreyenbühl wurden am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte 2017 in Delémont mit einer Goldmedaille ausgezeichnet: Steinofenbrot, Steinofenzopf sowie Erdbeer-Minze-Sirup. In einer Blindverkostung wurden sie von einer Jury mit 19 bis 20 von 20 möglichen Punkten ausgezeichnet. Dabei durften sie aber nur eingereicht werden, weil keine ihrer Zutaten von ausserhalb des Kantons stammt – das gesamte Produkt musste regional sein.

Da waren Kreyenbühls genau am richtigen Ort. Ihnen ist die regionale Zusammenarbeit sehr wichtig, und das schon seit Jahren. «Fast alles, was wir bei uns verarbeiten, entstammt der Freiämter Schatzkiste», ist der Bäcker/Konditormeister stolz. «Die Preise sind eine Bestätigung, dass diese Strategie ankommt.»

Eier kommen noch mit Schale

Kreyenbühl ist wichtig, dass er nicht nur genau weiss, wo seine Rohstoffe herkommen, sondern auch, dass sie keinen weiten Anfahrtsweg haben. Die Eier kommen bei ihm nicht im Tetrapack an wie bei Grossbäckereien, sondern noch mit Schale vom Hof seines Bruders in Beinwil. Die Milch ist kein Milchpulver, sondern silofreie Rohmilch aus Muri, die Butter kommt aus Hämikon und das Mehl von der Mühle in Leibstadt.

Sogar Zucker und Salz sind aus dem Kanton. Für den Sirup verwendet er zudem Erdbeeren aus Muri und Minze aus Oberlunkhofen. Und weil alles auch noch sehr gut schmeckt und aussieht, haben nicht nur die einzelnen Produkte eine Goldmedaille erhalten, sondern Kreyenbühls wurden in der Sparte Bäckerei/Konditorei zusätzlich mit der Auszeichnung «Bester Produzent Schweizer Regional-Produkte» geehrt. «Es ist eine grosse Ehre für uns und bestätigt uns in unserer täglichen Leidenschaft», freut sich das Ehepaar, das seine Bäckerei/Konditorei seit 15 Jahren führt.

Sirup aus der Backstube

Dass Kreyenbühls für ihr Backwerk ausgezeichnet wurden, wird die Stammkunden nicht überraschen. Doch Sirup aus der Bäckerei? «Wir haben uns vor einigen Jahren überlegt, was wir insbesondere im Sommer anstelle von Schokolade als Geschenk und Mitbringsel anbieten könnten, da sind wir auf den Sirup gestossen», erinnert sich Burkard Kreyenbühl.

Seine Frau Regula fügt hinzu: «Man kann ihn auch gut zum Aromatisieren von Cüpli oder Desserts verwenden, so ist Sirup heute viel mehr als einfach nur ein Kindergetränk.» Und wer stellt ihn her? «Die Bäcker in der Backstube. Das passt gut, denn Pfannen und Herd sind sowieso vorhanden, und Sirup ist vollkommen zeitunabhängig und lange haltbar», erklärt Burkard Kreyenbühl. Neben der mit Gold ausgezeichneten Variante Erdbeer-Minze sind auch Namen wie Soiblueme-Gold, Tannschösslig, Blüten und Beeren, Winterzauber, Beeri-Iistee oder Quitten im Angebot. «Sie kommen bei den Kunden sehr gut an.»

Und was sind die nächsten Projekte der kreativen Bäckerei, die auch als Marke «Genuss-Handwerk» bekannt ist? «Jetzt soll wieder etwas Ruhe und Kontinuität einkehren», sagt Kreyenbühl und verweist auf die Zürcherstrasse direkt vor der Bäckerei/Konditorei, die nun endlich fertig saniert ist.

«Die vergangenen zwei Jahre waren hart für uns. Wir mussten sogar Angestellte entlassen während des Strassenbaus. Nun sollen die Pensen wieder ausgebaut werden, dann können wir uns auch wieder einmal einen freien Tag erlauben», ist er froh. Ausserdem soll die Hauszeitung «Backstubenpost» wieder zweimal jährlich erscheinen. «Zuerst müssen wir jetzt aber schauen, dass wir aufs Wochenende hin genug Steinofenbrot und -zopf bereit haben», freut sich der Bäcker/Konditormeister sichtlich.