Mit einer möglichen Anschaffung einer solchen Industriepresse will sich die Grastrocknergenossenschaft Muri unter anderem gut auf dem Markt aufstellen und einen Beitrag leisten, Futter für die Tiere hier herzustellen, statt zu importieren.

Bevor sie aber diese nicht unerhebliche Investition tätigt, will sie wissen, wie sich die Bauern und damit die Kunden zu diesem Vorhaben stellen. Deshalb werden am Dienstag, 17. September, von 10 bis 12 Uhr, auf dem Areal der Grastrocknerei Merenschwand verschiedene zu Grossballen gepresste Gräser- und Luzernemischungen gezeigt.

Die zu Demonstrationszwecken beschafften Trockengrasballen werden ab Platz verkauft, wie Ueli Ineichen, Präsident der Grastrocknergenossenschaft Muri, festhält.

Anstatt Soja aus Südamerika

Bis jetzt liefert die Grastrocknergenossenschaft getrocknetes Gras als Pellets aus. «Das Trocknen in Ballenform hat Vorteile, weil das Futter in dieser Struktur die Kuh zu einer höheren Milchleistung anregt», erklärt Albert Betschart, Geschäftsführer der Grastrocknerei in Merenschwand. In Trocknereien, die sowohl Würfel als auch Ballen anbieten, würden rund 80 Prozent in Ballenform ausgeliefert.

Bevor aber gegen 300 000 Franken in eine solche Anlage investiert werden, will die Genossenschaft die Bedürfnisse der Bauern abklären. Es gibt aber noch andere Gründe, das Gras zu trocknen. «Besser ist es, eiweissreiches Futter auf den eigenen Böden zu produzieren und zu verwerten, statt es in Form vom Soja aus Südamerika zu importieren», bringt Betschart einen anderen Aspekt ins Spiel.

Schweizer Kühe fressen nämlich neben Gras und Heu immer mehr Importfutter. Die Rindviehhaltung soll gut 40 Prozent der importierten Soja verbrauchen.

Seit bald 70 Jahren

Die Grastrocknergenossenschaft Muri besteht seit bald 70 Jahren. Die erste Trocknungsanlage in Muri aus dem Jahr 1944 wurde Mitte der 50-er-Jahre durch einen Brand vollständig zerstört. Sie war elektrisch betrieben.

Die nächste, moderne Trocknerei war ölbefeuert. Nach jeweils 16 Jahren wurden zwei neue Anlagen als Ersatz errichtet. 2008 ist am Standort Muri letztmals getrocknet worden. Die Genossenschafter hatten sich entschlossen, die Anlage in Muri abzubrechen und das Gelände zu verkaufen.

Seither wird nur noch in Merenschwand getrocknet; diese Anlage mit Baujahr 1973 ist auf aktuellem technischen Stand.