Wohlen

Statt Experimente vorzuführen, trat der Professor nur online auf – dank Microsoft Teams

Künstler Felix Bänteli musiziert mit Computercodes.

Künstler Felix Bänteli musiziert mit Computercodes.

820 Schülerinnen und Schüler der Kanti Wohlen entdeckten die Welt der Technik am diesjährigen TecDay erstmals in digitaler Form.

Ungewohnt still und leer war es am Donnerstag an der Kantonsschule Wohlen. Nichts liess darauf vermuten, dass der sonst so ereignisreiche TecDay stattfand. 61 Fachleute zeigten den 820 Schülern der Kantonsschule Wohlen die Welt der Technik und was die Zukunft bringt. Zum dritten Mal fand der TecDay nun an der Kanti Wohlen statt, zum ersten Mal überhaupt virtuell.

Coronakonform dank virtuellem Klassenzimmer

Sie wäre kaum coronakonform durchführbar gewesen, die Veranstaltung mit rund 1000 Personen. Dank Microsoft Teams ging es doch: Die Internetplattform ermöglicht einen virtuellen Klassenraum, in den sich sowohl Schüler als auch Referenten live zuschalten können. Matthias Angst (Rektor) und Waldemar Feller (Prorektor) von der Kantonsschule hatten angesichts der Pandemie nicht auf den diesjährigen TecDay verzichten wollen. Er sei schon monatelang in Planung gewesen, als Anfang Oktober die Gewissheit kam, dass er nicht in der gewohnten Form stattfinden könne. «Das Programm wurde innert eineinhalb Monaten in digitaler Form neu aus dem Boden gestampft», sagte Belinda Weidmann, Projektleiterin TecDay, von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW). «Wir gehen davon aus, dass die kommenden TecDays wegen Corona auch digital sein werden.»

Teleportationskameras und Deep Learning

Die Schüler mussten aus 42 Modulen vier auswählen. Diese beinhalteten nebst Referaten auch Workshops, in denen die Schüler Fragestellungen bearbeiten konnten. Maximal 24 Schüler durften gleichzeitig in einem virtuellen Klassenraum «sitzen». Man sah ihnen bisweilen an, dass sie den aktivitätsreichen Tag lieber vor Ort erlebt hätten. In einem Modul wurde den Schülern Quantenkryptografie und Teleportationskameras vorgestellt. Ein anderes Modul behandelte Deep Learning.

Nachwuchsförderung in Sachen Technik

Die SATW setzt sich für die Nachwuchsförderung ein. Infolgedessen führt sie seit zwölf Jahren erfolgreich TecDays an Schweizer Schulen durch. Das Ziel ist, in Schülern das Interesse für technische Berufe zu wecken. «An den TecDays reisen üblicherweise um die 60 Experten von verschiedenen Organisationen und Hochschulen an und bringen Modelle, Maschinen und Ausstellungsmaterial mit», sagte Weidmann. Dieses Mal fiel all das weg, doch der Tag war nichtsdestotrotz ein Erfolg. Schliesslich wurde den Schülern klar, wie vielseitig technisch-naturwissenschaftliche Berufsfelder sein können. Und sie bekamen mit Sicherheit Ideen, die sie in ihrer Berufswahl mit einbeziehen können.

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