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Statistik von 2017 zeigt: Betreibungen nehmen weiter zu

Im vergangenen Jahr mussten 57 Schuldner dem Betreibungsamt zugeführt werden.

Das Betreibungsamt Bremgarten und Umgebung hat den Rechenschaftsbericht mit Statistik für das Jahr 2017 veröffentlicht. Betreibungen von ältereren Menschen sind nach wie vor häufig anzutreffen.

Alle sieben Betreibungsämter, die dem Betreibungsamt Bremgarten und Umgebung angehören, hatten im Jahr 2017 total 8708 (Vorjahr 8252) Betreibungs-, Fortsetzungs- und Verwertungsbegehren zu bearbeiten.

Daraus resultierten 5124 (5029) Geschäftsfälle. Es wurden 4366 (4251) Zahlungsbefehle ausgestellt, was einer Zunahme von 2,7 % (2,5 %) entspricht. Zudem wurden 1087 (1103) Pfändungen vorgenommen. Diese zählen zu den arbeitsintensivsten Tätigkeiten des Betreibungsamtes.

«Häufig werden Einkommen und allfällige Vermögen gepfändet» erklärt Yves Mattenberger, Leiter des Betreibungsamtes Bremgarten. «Sachpfändungen nehmen wir eher selten vor wegen der hohen Verwertungskosten.» Die Gläubigerstruktur, das heisst die Art der Forderungen und Ausstände, habe sich nicht nennenswert verändert, ebenso die Zusammensetzung der Schuldnerschaft.

Gründe für junge Langzeitschuldner seien mangelnde Ausbildung, Arbeitslosigkeit und sehr niedrige Einkommen, so Mattenberger weiter. «Es bestätigt sich, dass Schuldnerinnen und Schuldner ab 50 Jahren nur mit sehr grosser Mühe wieder eine Anstellung finden.»

Betreibungen von ältereren Menschen (auch Rentnern) sind nach wie vor häufig anzutreffen. Personen, die krankheitshalber aus dem Erwerbsleben ausscheiden und eine IV-Rente beantragen, müssen oft so lange auf den Zuspruch warten, dass sie in der Zwischenzeit zu Betreibungsschuldnern werden.

Polizeiliche Unterstützung hilft

Im letzten Jahr mussten 57 Schuldner mit Polizeihilfe dem Betreibungsamt zugeführt werden. Hinzu kamen Strafanzeigen wegen Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung. Das Betreibungsamt reichte bei der Staatsanwaltschaft gegen vier in Misskredit geratene Bürger Strafanzeige ein wegen Pfändungsbetrug, Widerstand gegen amtliche Verfügungen und im Einzelfall sogar wegen Urkundenfälschung.

Nach der Versteigerung von drei Liegenschaften konnte der Bieter den Restbetrag nicht begleichen. Darum wurden der Zuschlag aufgehoben und eine neue Steigerung im Frühling 2018 angesetzt . Erwähnenswert ist auch die hohe Anzahl an Betreibungsrückzügen. 2017 waren es insgesamt 790 Löschungen. Eine Zunahme von Betreibungsregisterauszügen und elektronischen Auskünften wurde ebenfalls festgestellt.

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