Boswil
Start für zwei Kreisel und eine neue Brücke

In zwei Jahren wird es mit der Warterei beim SBB-Niveauübergang zwischen Boswil und Bünzen vorbei sein. Für 21 Mio. Franken werden zwei Kreisel und eine neue Brücke über die SBB-Linie erstellt.

Eddy Schambron
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Schwungvoller Spatenstich: Marlise Müller, Gemeindeammann von Bünzen, Baudirektor Peter C. Beyeler und Michael Weber, Gemeindeammann von Boswil (von links), freuen sich über den Baubeginn. ES

Schwungvoller Spatenstich: Marlise Müller, Gemeindeammann von Bünzen, Baudirektor Peter C. Beyeler und Michael Weber, Gemeindeammann von Boswil (von links), freuen sich über den Baubeginn. ES

Mit dem Spatenstich für zwei Kreisel und einer Bahnüberführung zwischen Bünzen und Boswil kommt das letzte «Uralt-Projekt» des Kantons zur Ausführung. Das unterstrich Baudirektor Peter C. Beyeler. Die Aufhebung des SBB-Niveauübergangs war schon in den 60er-Jahren ein Thema.

Mit der Zunahme der Anzahl Züge auf der Südbahnlinie wurde der Handlungsbedarf immer grösser, die Wartezeiten vor der Bahnschranke länger. Das nun gestartete Bauwerk wird etwa zwei Jahren Bauzeit in Anspruch nehmen und 21 Mio. Franken kosten.

Gebaut werden zwei neue Kreisel und eine neue Strasse von 600 Metern Länge, wie Projektleiter Werner Kaufmann ausführte. Davon sind allein 170 Meter Brücke, welche auf sechs Pfeilern liegt.

Für diese Pfeiler werden Bohrpfähle mit einer Länge zwischen 14 und 30 Metern bis auf den felsigen Grund getrieben, insgesamt kommen so 460 Meter zusammen.

Schliesslich wird beim jetzigen Niveauübergang eine Personenunterführung mit einer Länge von 28 Metern realisiert. Von den 21 Mio. Franken Gesamtkosten gehen 8 Mio. Franken zulasten der Brücke und 4 Mio. Franken werden für die Personenunterführung aufgewendet.

Vor zwei Wochen wurde mit dem Bau der Strasse begonnen; Ampeln regeln den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse. Die beiden Kreisel Hauptstrasse auf Boswiler Seite und Industriegebiet auf Bünzer Seite sollen bereits Ende September fertiggestellt sein.

Noch diesen Monat werden die grossen Bohrmaschinen auffahren, und Ende Jahr dürfte die Hälfte der Brücke - auf Bünzer Seite - gebaut sein. «Das Bauprogramm ist sportlich», räumte Kaufmann ein. Aber so sollen die Verkehrsbehinderungen und die Immissionen für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden.

Die Aufhebung des Niveauübergangs werde sehnlichst erwartet, betonte der Boswiler Gemeindeammann Michael Weber. Für die erste Lösung vor rund 50 Jahren hätten zahlreiche Vorgärten geopfert werden müssen. Damals war eine Unterführung ins Auge gefasst worden. Die heutige Lösung sei wesentlich besser.

«Manchmal ist es ganz gut, wenn es etwas länger dauert», meinte Weber. «Was lange währt wird endlich gut», fasste Marlise Müller, Gemeindeammann von Bünzen, zusammen.

Gerade die Bünzerinnen und Bünzer hätten unzählige Stunden mit Warten vor dem Niveauübergang zugebracht, sie wenn Richtung Wohlen oder Muri wollten. «Vor drei Wochen stand ich 16 Minuten vor der Bahnschranke.» Deshalb sei es nicht verwunderlich gewesen, dass viele den Schleichweg über die alte Kirche benutzt hätten. Müller machte auch klar, dass die Baustelle «von den Anwohnern eine gehörige Toleranz» erfordert.

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