Berikon
Standfeste Zeugen der Beriker Lokalgeschichte

In der Mutschellengemeinde Berikon trotzen mehrere ursprüngliche Bauernhäuser, darunter typische Freiämter Häuser, der Neuzeit. Mehrere Zeugen dieser früheren Baukultur stellt die Gruppe Dorfkultur in ihrem neuen Heft «Beriker Chleeblätter» vor.

Lukas Schumacher
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Ursprüngliche Bauernhäuser in Berikon
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Caspar-Grot-Hus, Bahnhofstrasse 83, mit markantem Klebedach.
Aeschbacherhus, Schulstrasse 8.
Grosse-Hus, Unterdorfstrasse 10.
Isächlis-Hus, Waldstrasse 3.
Siegfriedenhus, im Zopf.

Ursprüngliche Bauernhäuser in Berikon

AZ

Wie vielerorts herrschen in Berikon Einfamilienhausquartiere und neuere Wohngebäude vor. Im Mutschellendorf sind aber auch einige ursprüngliche, teils prächtig restaurierte Bauernhäuser vorhanden.

Mehrere Zeugen dieser früheren Baukultur stellt die Gruppe Dorfkultur in ihrem neuen Heft «Beriker Chleeblätter» vor.

Harmonische Proportionen

Als typisches Freiämterhaus gilt das Beriker Siegfriedenhaus im Zopf. Das Haus des Freiamts zeichnet sich gemäss «Beriker Chleeblätter» durch besonders harmonische Proportionen aus.

Auch heute noch wirke die einst übliche Hauslandschaft im Freiamt viel geschlossener als die der anderen Kantonsteile im Aargau, auch weil der Wohn- und der Wirtschaftsraum unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst sind.

Mit dem Übergang zur Ziegelbedachung, einem Steildachtyp mit rund 45 Grad Neigung, entstanden im Freiamt grosse Giebelfronten mit Fensterreihen. Deshalb verfügte das Freiamt über die hellsten und freundlichsten Stuben aller früheren Häuser im Aargau.

In Berikon trifft man auch Wohngebäude mit Krüppelwalmdächern und ausgeprägten Knicken in der unteren Dachhälfte an.

Aeschbacherhus

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Aeschbacherhus an der Schulstrasse. Das Bauernhaus mit der einstigen Pintenwirtschaft birgt wertvolle Ausstattungs- und Konstruktionsteile.

Im Innern sind Bohlenwände mit verblatteten Kopfhölzern vorhanden, und die Dachkonstruktion mit stehenden Stuhljochen zeugen vom hohen Alter des Gebäudes.

Die Hauptstube, das ehemalige Bewirtungslokal, weist eine wertvolle historische Ausstattung auf: barock profilierte Felderdecke, hellblauer Kachelofen aus dem 19. Jahrhundert und ein eingebautes Eckbuffet mit der Inschrift «GMRA Cornel Gerig» (Gemeinderat Cornel Gerig) sowie mit einem Kreuz- und Herz-Jesu-Symbol.

Von Aussen sieht das Aeschbacherhus mit seinem unscheinbaren Putzbau, den ungleichmässig angeordneten Fenstern und dem steilen Satteldach eher bescheiden aus. Unter dem Fassandputz verbirgt sich eine Fachwerkkonstruktion.

Nur ein Haus denkmalgeschützt

Nebst der Beriker Pfarrkirche steht bloss eines der ursprünglichen Bauernhäuser unter kantonalem Denkmalschutz: das sehr stattliche Riegelhaus an der Schulstrasse 11, das Ende des 18. Jahrhunderts im Stil der Zürcher Weinbauhäuser erstellt worden war.

Recht viele ältere Häuser im Dorfkern von Ober-Berikon und von Unter-Berikon sind jedoch in der Bauordnung der Gemeinde als «erhaltenswerte Bauten» verankert. Sie dürfen nicht abgerissen und nicht markant verändert werden, damit das Dorfbild gewahrt bleibt.

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