Bremgarten

Standbesitzer am Christchindlimärt rüsten sich für den grossen Schnee

Die Blachendächer halten dem Schnee nur begrenzt stand: Lisbeth Meier (rechts) und ihre Schwester Bea Huber vor ihrem Marktstand. AK

Die Blachendächer halten dem Schnee nur begrenzt stand: Lisbeth Meier (rechts) und ihre Schwester Bea Huber vor ihrem Marktstand. AK

Im Oktober liessen Wind und Schnee die Stände des Herbstmarktes zusammenbrechen. Auch am Christchindlimärt wird raues Wetter erwartet: Die Wetterstationen prognostizieren starken Schneefall von Freitag auf Samstag. Die Marktfahrer wappnen sich.

Als im Oktober der erste Schnee fiel, brachen nicht nur belaubte Bäume unter der Last zusammen. Auch Stände am Herbstmarkt konnten dem Wetter nicht standhalten. Marktchef Walter Friedli bemerkt rückblickend: «Die Schäden sind vor allem auf die heftigen Windböen zurückzuführen.» Sechs oder sieben von rund 300 Ständen erlagen damals dem plötzlichen Wintereinbruch. Nun ist der Christchindlimärt eröffnet, die Stände stehen – die Wetterprognosen verheissen starken Schneefall von Freitag auf Samstag. «Wir können nur hoffen, dass kein Nassschnee fallen wird», sagt Friedli.

Stabile Anhänger und Holzstände

Auch der Trupp der Bewachungsfirma, die nachts vor Ort ist, würde teilweise Schnee wegräumen. Der Marktchef appelliert jedoch vor allem an die Selbstverantwortung der Verkäufer: «Wer ein Billigzelt an exponierter Lage aufbaut, muss mit Schäden rechnen.» Vonseiten der Organisatoren gebe es keine Auflagen, was Sicherheitsstandards der Stände anbelange.

Tatsächlich bietet sich den Besuchern eine Vielfalt an Marktständen: Während mehrheitlich klassische Holzgerüste mit Blachendächern zu sehen sind, haben sich auch massive Chalethütten und Transporter in der Bremgarter Altstadt eingefunden.

Dem Wetter ausgeliefert

Paul Vogel, Marktfahrer aus Riniken, fürchtet die Schneemassen nicht. Er ist mit einem stabilen Anhänger ausgerüstet: Die Auslagen lassen sich nachts nach innen klappen, die Fenster schliessen. «Wind und Schnee sind für mich kein Problem», winkt Vogel ab. Die einfachen Stände seien da viel anfälliger.

Lisbeth Meier aus Merenschwand steht gemeinsam mit ihren Schwestern hinter einem solchen einfachen Stand mit Blachendach. «Man kann nur beten», sagt sie im Scherz und deutet auf die Engel, die sie verkauft. Wieder ernst geworden, betont sie, wie sehr man als Marktfahrer den Launen des Wetters ausgeliefert sei: «Wir können nicht mehr tun, als die Blachen spannen und den Schnee tagsüber von den Dächern räumen.» Nachts versuche sie, ihre Ware zu schützen. So nehme sie den teueren Schmuck nach Hause und stelle die restlichen Stücke auf den Boden.

Ähnlich reagieren Ariane Lindegger aus Zufikon und Andrea Bachmann aus Luzern: Tagsüber baumeln dekorative Glücksketten aus Edelsteinen und Schwemmholz von der Decke des Standes, in der Nacht werden sie sicher verstaut. «Eine Versicherung für all die handgemachten Gegenstände liesse sich schlicht nicht bezahlen», erklärt Bachmann.

Solidarische Marktfahrer

Lisbeth Meier betont, dass das Wichtigste bei Wind und Wetter die Solidarität unter den Marktleuten sei: «Man mag denken, dass hier massiver Konkurrenzkampf herrscht.» Dem sei aber nicht so. «Wir helfen einander. Die Alteingesessenen führen die Neuen ein, gerade was Sicherheit und Schutz betrifft.» Natürlich gebe es auch «Futterneider», doch das seien Ausnahmen. Meier fährt schon seit 25 Jahren auf den Markt und gibt ihre Erfahrung gerne weiter.

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