Welternährungstag
«Stadtkeller»-Wirt kämpft gegen Hunger auf der Welt

Der Wirt Thomas Schaufelbühl aus Bremgarten spendet heute einen Teil seines Tagesumsatzes zugunsten des Welternährungstags.

Jörg Baumann
Merken
Drucken
Teilen

Heute wird mit dem Welternährungstag der Hungernden auf der ganzen Welt gedacht. Seinen Beitrag dazu leistet auch der Wirt Thomas Schaufelbühl vom Restaurant Stadtkeller in Bremgarten. Der 52-Jährige engagiert sich schon seit zehn Jahren für die Welthungerhilfe und drückt sein Mitgefühl nicht durch eine Schweigeminute, sondern durch seine Arbeit aus. Zusammen mit 500 anderen Schweizer Wirten verzichtet er heute nämlich auf einen Teil des Tagesumsatzes und stellt ihn der Entwicklungshilfeorganisation Terre des Hommes zur Verfügung. «Mein Beitrag ist ein Tropfen auf den heissen Stein», ist er sich bewusst. Aber er könne angesichts des Welthun-gers nicht einfach abseitsstehen und nichts dagegen unternehmen.

«Leute essen zu viel Fleisch»

«Viele Faktoren sind für den Hunger in der Welt verantwortlich. Einer davon ist, dass die Leute, die im Wohlstand leben dürfen, zu viel Fleisch essen», sagt Schaufelbühl. Die Vollkornküche und vegetarische Gerichte nehmen deshalb als Alternative auf der Speisekarte im «Stadtkeller» einen wichtigen Platz ein. «Vollreis habe ich schon bei meinen Eltern durchgesetzt, als diese das Restaurant noch führten», berichtet Thomas Schaufelbühl.

Aber der Wirt kämpft nicht sektiererisch gegen das Fleischessen. Nur setze er sich dafür ein, dass ein Tier ganz verwertet werde und bei ihm auch «Ghackets», Siedfleisch und Voressen auf den Tisch kämen. Heute gibt es im «Stadtkeller» Siedfleisch und Bündner Polenta an einer Preiselbeersauce, Lammhaxen mit Feigen und als Dessert «Malai Kofta», Tofubällchen an einer schmackhaften Sauce nach indischem Rezept.

Gäste werden diskret informiert

Schaufelbühl informiert seine Gäste diskret über sein Anliegen um den Welternährungstag: «Ich lege nur die auf diesen Tag vorbereiteten Tischsets und die Flyer auf. Kein Gast mag es, wenn man mit dem Elend auf der Welt zu dick aufträgt. Ein paar Hinweise sollen genügen.»

Eine Milliarde Menschen leiden weltweit Hunger, 24000 sterben täglich daran. Schweizer Jugendliche demonstrieren heute still auf dem Bundesplatz in Bern gegen den Hunger und das Elend auf der Welt. Die Burgerglocke des Berner Münsters läutet 24-mal und erinnert so daran, dass schon wieder 24000 Menschen am Hunger gestorben sind.