Bremgarten
Städtchen rüstet sich gegen Hochwasser, das alle 30 Jahre vorkommt

In den nächsten Wochen wird Bremgarten hochwassersicherer gemacht: Mit Schutzmassnahmen für 2,4 Millionen Franken sollen Überflutungen künftig verhindert werden.

Lukas Schumacher
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Mauerbau: Die neue Mauer am rechten Ufer der Reuss ist ein Hauptelement des Schutzkonzepts. sl

Mauerbau: Die neue Mauer am rechten Ufer der Reuss ist ein Hauptelement des Schutzkonzepts. sl

Unweit der bekannten Bremgarter Holzbrücke sind Massnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen angelaufen. Mitarbeiter des Bauspezialisten Erne (Birrhard) erstellen beim Schmitteplätzli auf der rechten Reussufer-Seite eine massive Sockelmauer. Nebst der Erneuerung und Erhöhung der Schutzmauer reussabwärts verstärkt man in den nächsten Wochen die Betonbrüstung beim «Adler» und nimmt auch Anpassungen an bestehenden, bepflanzten Betontrögen vor, die auf Wunsch von Anwohnern nicht entfernt werden. Das bauliche Massnahmenpaket reicht aus, um die Liegenschaften bei der Reussgasse vor einem HQ 30 zu schützen, einem Hochwasser, das statistisch gesehen alle 30 Jahre vorkommt.

Den zweiten Teil der reussstädtischen Schutzvorrichtung sieht man nicht. Es handelt sich um mobile Aluminium-Elemente, die Schutz bieten vor einem Jahrhunderthochwasser (HQ 100) mit einem Spitzen-Wasserabfluss von 900 Kubikmetern pro Sekunde. Diese Alu-Dammbalken können im Fall der Fälle zügig auf einbetonierte Stützen bei Sockelmauer, Brüstung und Betontrögen montiert werden.

Baupiste in der Reuss

Nicht alle Hochwasserschutzarbeiten kann man vom Land aus bewältigen. Auf dem 60 Meter langen Abschnitt vom Hexenturm flussaufwärts muss im Flussbett eine Baupiste aus Feinkies angelegt werden. Nur so lässt sich der dortige, stark ramponierte Teil der Schutzmauer maschinell abbrechen und durch eine solide Winkelmauer ersetzen. Laut Stefano Righetti, Bereichsleiter Tiefbau der Stadt Bremgarten und Projektleiter des Hochwasserschutzes, braucht es für die Erstellung der Baupiste und die Verrichtung dieser aufwendigen Arbeiten einen «möglichst tiefen Wasserstand. Diese Arbeiten sind Anfang 2015 vorgesehen.»

Falls die Reuss in nächster Zeit sehr wenig Wasser aufweise, würden die Baufachleute umdisponieren und diese Arbeiten schon bald in Angriff nehmen. Gemäss Bauterminplan werden die Schutzmassnahmen auf dem rund 300 Meter langen Abschnitt zwischen der Holzbrücke und dem Hexenturm im März 2015 fertiggestellt sein. Die Baupiste aus Feinkies wird man aus ökologischen Gründen nicht entfernen. Denn unterhalb des Stauwehrs Bremgarten-Zufikon weist die Reuss einen massiven Kiesmangel auf.

Vorkehrungen gegen Überflutungen der Reuss realisiert Bremgarten auch längs der Flussschlaufen zwischen dem Hexenturm und der ARA-Fussgängerbrücke. Bei der Austrasse wurde ein erster Teil einer neuen Mauer betoniert, die den dortigen Liegenschaften Schutz gewährt; bis Weihnachten wird diese Mauer fertiggestellt. Im neuen Jahr werden mehrere Schutzmauern gebaut, unter anderem beim Firmenareal Utz und beim Militärgelände; zudem werden vereinzelte Erddämme erstellt. Im Juli 2015 sollen alle Arbeiten beendet sein.

Private kommen kostenlos weg

Die Gesamtkosten der Hochwasserschutzmassnahmen belaufen sich auf gut 2,4 Millionen Franken. Grundeigentümer und Liegenschaftsbesitzer müssen keine Beiträge entrichten, die Massnahmen werden von der öffentlichen Hand finanziert. Die Einwohnergemeinde Bremgarten zahlt voraussichtlich 850 000 Franken, Bund und Kanton Aargau übernehmen die Restkosten von knapp 1,6 Mio. Franken.

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