«Ja, die Gerüchte stimmen, dass wir Interesse am alten Postgebäude haben, nur ist eigentlich noch nichts spruchreif», bestätigt der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach auf Anfrage. Jedoch sagt er das nicht als Ammann, sondern als Präsident der Liegenschaftskommission der Bremgarter Ortsbürger. Denn ausser bei Schulen werden Liegenschaftskäufe im Städtchen fast immer durch die Ortsbürger abgewickelt. Doch warum interessiert sich die Gemeinde für das ehemalige Gebäude der Post? Es lässt sich nur beschränkt umbauen und hat nur zwei Oberlichter, durch die Tageslicht hineinkommt. Wie Tellenbach bereits an der Einwohnergemeindeversammlung erwähnt hat, könnte man es auch als Asylunterkunft nicht brauchen. Wieso sollte man es also kaufen? Ganz einfach: wegen des Obertorplatzes.

Ein Platz als Begegnungszone

«Die Busse werden früher oder später dort wegkommen», erklärt Tellenbach. «Die Absicht des Stadtrates ist es, den schönen Platz in nützlicher Frist umzugestalten und ihn nicht mehr einfach den Autos zu überlassen. Da wäre es sehr gut, wenn wir direkt am Platz, sagen wir, bereits den Fuss drin hätten.» Eine Begegnungszone wäre denkbar, ein Platz, den man beispielsweise auch für Konzerte nutzen könnte.

Auch möchte die Stadt in fernerer Zukunft den gesamten Komplex am Platz kaufen, also auch das Krone-Gebäude, das direkt an die ehemalige Post anschliesst. «Es ist eine sehr empfindliche Bauzone, also spielen auch städtebauliche Interessen mit hinein. Da wäre es von Vorteil, sich gleich über beide Gebäude gleichzeitig Gedanken machen zu können.»

Was hält die Ortsbürgergemeinde also davon ab, das Postgebäude zu erwerben? «Das einzige Problem ist der Preis», sagt Tellenbach. «Was sich die Post vorstellt, entspricht keinesfalls unseren Vorstellungen.» Nun werden Sitzungen mit der Liegenschafts- und der Finanzkommission der Ortsbürger geführt. «Im August werden wir wissen, wie wir weiter vorgehen wollen, ob wir weiterhin an einem Kauf interessiert sind oder nicht.»