Wohlen
Staatsanwaltschaft fordert 7 Jahre Haft für «Blue Lagoon»-Geiselnehmer

Der 61-jährige Italiener, der im Frühling dieses Jahres vier Menschen mit einer Pistole bedroht und über mehrere Stunden festgehalten hat, wurde nun von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Der Täter war zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert.

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Grossaufgebot in Wohlen
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Grossaufgebot in Wohlen: Die Polizei hat das Quartier bei der Aargauerstrasse abgeriegelt
In diesem Nachtclub schoss der Mann um sich.
Grossaufgebot in Wohlen: Die Polizei hat ein Quartier bei der Post Wohlen abgeriegelt

Grossaufgebot in Wohlen

Dominic Kobelt

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat gegen den Mann, der am 20. Mai dieses Jahres im Wohler Nachtklub «Blue Lagoon» vier Personen während mehrerer Stunden festgehalten und mit einer Pistole bedroht hatte, Anklage erhoben, wie die Oberstaatsanwaltschaft Aargau in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Anklagepunkte sind unter anderem «qualifizierte Geiselnahme» und «mehrfache Gefährdung des Lebens». Die Anklage fordert eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und die Anordnung einer ambulanten Massnahme.

Zur Tat kam es gemäss den Ermittlungen, weil der Täter am frühen Morgen des 20. Mai 2015 in Wohlen im Streit mit den Angestellten das Lokal verlassen hatte, weil sein verloren geglaubtes Portemonnaie nicht mehr zum Vorschein gekommen war.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, rund 15 Minuten nach Verlassen des Nachtlokals mit einer Pistole zurückgekehrt zu sein, um so die Herausgabe des Portemonnaies zu erzwingen.

Insgesamt fünf Schüsse abgegeben

Nachdem ihm eine Mitarbeiterin des «Blue Lagoon» die Tür geöffnet hatte, richtete der 61-jährige Italiener die Waffe gegen den Barkeeper und zwang ihn, zwei weitere, bereits schlafende Mitarbeiterinnen wecken zu gehen und zurück ins Lokal zu bringen.

Die anwesende Mitarbeiterin behielt der Täter als Geisel zurück. Nachdem der Barkeeper mit den beiden Mitarbeiterinnen zurückgekehrt war, hielt der Beschuldigte die vier Angestellten mehrere Stunden lang fest, bedrohte sie immer wieder mit der Pistole und drohte ihnen mit dem Tod. Zudem zwang er sie, nach seinem Portemonnaie zu suchen.

Auch habe der Täter insgesamt fünfmal mit der Pistole geschossen. Eine Kugel flog in Richtung zweier Angestellter, die Staatsanwaltschaft spricht vom «Puren Zufall, dass dabei keine der von ihm bedrohten Personen getroffen wurde.»

Das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten kommt zum Schluss, dass die Schuldfähigkeit des 61-Jährigen aufgrund einer psychischen Erkrankung, kombiniert mit Alkoholmissbrauch, zur Tatzeit in schwerem Grade vermindert war. Rückgerechnet ergab die Auswertung der Blutprobe beim Beschuldigten einen Alkoholgehalt von 1,89 Promille.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem 21. Oktober 2015 im vorzeitigen Strafvollzug. Die Anklage ist am Bezirksgericht Bremgarten hängig.

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