Polterabend-Unfall
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Traktor-Fahrer – eine Person noch im Spital

Nach dem Traktor-Unfall an einem Polterabend in Wohlen AG haben 17 Verletzte die Spitäler verlassen können. Gegen den Lenker des Traktors hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet.

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Kopie von Zweite Version: Schwerer Traktorunfall in Wohlen
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Der mitsamt Anhänger umgestürzte Traktor an der Hochwachtstrasse in Wohlen.
Die Hochwachtstrasse weist ein Gefälle von 18 Prozent auf.
Die Polizei geht davon aus, dass der Anhänger zu schwer war und den Traktor im starken Gefälle vor sich her schob.
Dadurch verlor der Fahrer die Kontrolle über den Traktor.
Bei den schwarzen Spuren handelt es sich vermutlich um Bremsspuren vom Unfall-Traktor.
Die Bremsen reichten wohl nicht aus, um dem schiebenden Anhänger entgegenzuwirken und der Traktor prallte in die Mauer.
Die Feuerwehr Wohlen, Kantons- und Regionalpolizei, acht Ambulanzwagen sowie zwei Rettungshelikopter standen am Samstagabend im Einsatz.
Drei Personen erlitten schwere Verletzungen an Rücken, Kopf oder Becken. Sie wurden mit dem Rettungshelikopter in Spitäler geflogen.
Grossaufgebot der Rettungsdienste: Es kamen verschiedenste Ambulanzen aus dem Kanton Aargau.
Auf dem Anhänger befanden sich Festbänke. 17 Leute feierten auf dem Anhänger. Sie und der Fahrer wurden beim Unfall auf die Strasse geschleudert.
Das Bild der Zerstörung lässt erahnen, wie heftig der Unfall ausfiel.
Beim Unfall wurden alle 18 Personen verletzt. Drei von ihnen wurden schwer verletzt. Sie wurden von zwei Rega-Helikoptern abtransportiert.
Die zahlreichen Ambulanzen am Unfallort brachten die Verletzten in die umliegenden Spitäler – bis nach Basel und Luzern.

Kopie von Zweite Version: Schwerer Traktorunfall in Wohlen

mzm

Eine Person befinde sich noch in kritischem Zustand im Spital, teilte Elisabeth Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Die übrigen 17 Verletzten hätten bereits aus der Spitalpflege entlassen werden können.

Gegen den Traktorfahrer hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz eingeleitet. Strebel bestätigte eine entsprechende Meldung der Zeitung "Blick".

Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht auf Nichtbeherrschung des Fahrzeugs. Zudem wird abgeklärt, ob der Fahrer überhaupt die Leute transportieren durfte. Der Traktor war mit einer grünen Nummer unterwegs. Diese gilt nur für landwirtschaftliche Fahrten. Zudem ist der Transport von Personen nur vom Hof aufs Feld zugelassen, wie Recherchen der az zeigen.

Festzelt mit Festbänken auf dem Anhänger

17 Männer hatten am Samstagabend den Junggesellenabschied ihres Freundes auf einem improvisierten Festwagen gefeiert, der von einem Traktor gezogen wurde. Auf einem alten Zweiachs-Anhänger ohne Bremsvorrichtung war ein Festzelt mit Festbänken aufgebaut.

Gegen 18.40 Uhr verlor der Fahrer auf einer steil abfallenden Strasse die Kontrolle über den Traktor. Der Anhänger war zu schwer und drückte so stark auf die Zugmaschine, dass diese nicht mehr zu bremsen war. In der Folge prallte das Gefährt gegen eine Mauer. Dabei kippte der Traktor samt Anhänger um und die Feiernden wurden auf die Strasse geschleudert.