Einwohnerratssitzung

Sportliche Gemeinderäte in Wohlen sind «leider» kein linkes Gremium

Am Montag wurde in der Gemeinde Wohlen die Einwohnerratssitzung durchgeführt.

Am Montag wurde in der Gemeinde Wohlen die Einwohnerratssitzung durchgeführt.

Die Wohler Einwohnerratssitzung von Montag gab neben spannenden Debatten auch oft Anlass zum Schmunzeln. Beispielsweise die emotionale Diskussion zum Bahnhoffest. Sepp Muff (SP) fand: «Mich erstaunt nicht mehr viel, das kann ich euch sagen. Aber diese Debatte verstehe ich nicht.» Er wolle nicht in der Zeitung lesen, Wohlen habe zu wenig Geld, um ein «Birebitzeli» ein Fest zu organisieren. Zur Info: Das «Birebitzeli» soll drei Tage dauern und 140'000 Franken kosten.

Laura Pascolin (SP) schwelgte in Erinnerungen an das Bahnhoffest von 1983. Julia Frischknecht (GLP) erinnert sich leider nicht daran. Mit Jahrgang 1995 ist das durchaus verständlich.

Gefeiert wurde auch die unaufgeforderte Zwischenbilanz des Gemeinderats zum Legislaturprogramm. Woher dieser Antrieb? «Der Gemeinderat klopft sich darin ab und zu selber auf die Schultern», so Dieter Stäger (FDP). «Das ist erlaubt, wenn es ja sonst niemand macht.»

Joggender Gemeindeammann

Am Montagabend liefen aber nicht nur die Geschäfte, sondern auch alle, die etwas sagen wollten. Wegen Corona waren die Plätze der Rätinnen und Räte mit Abstand aufgestellt, während man zum Reden zu einem von zwei Pulten gehen musste. Nach jedem Redner wurden die Mikrofone mit neuer Plastikfolie umhüllt und das Pult desinfiziert. Die Pulte mussten abwechslungsweise benutzt werden. Ausnahmen gab es nicht einmal für Gemeindeammann Arsène Perroud. Er nahm die Abweisung am einen Pult sportlich und joggte auf die andere Seite zum zweiten Mikrofon.

Perroud war häufig am Rednerpult. So auch, als Sämi Keller (FDP) den Gemeinderat beschuldigte, «ein linkes Gremium» zu sein. Es sei besser, wenn der Gemeinderat in dieser Besetzung keinen neuen Gesamtplan Verkehr erarbeite, da sonst nur Strassenverengungen und 30er-Zonen resultierten. Perroud hielt dagegen: «Es stimmt nicht, dass wir ein linkes Gremium sind.» Lachend fügte er hinzu: «Leider.»

Arbeitslose Stimmenzähler

Etwas linkisch stellten sich die Stimmenzähler an, als sie bei den genau 40 Anwesenden nur 39 Stimmen zählten. Dafür stimmten die Räte anderen Traktanden einstimmig zu. Einwohnerratspräsident Meinrad Meyer beschwerte sich lachend: «Ihr macht meine Stimmenzähler heute Abend arbeitslos.»

Schon nach gut zwei Stunden durften alle nach Hause schlafen gehen. Besser schlafen würden sie aber, wenn die Strassenbeleuchtung nicht gar so hell wäre, hielt Anna Keller (Grüne) fest. Bei ihr in der Wehrlistrasse zünde eine Laterne noch auf 150 Meter in ihr Schlafzimmer. Perroud erklärte: «Wir sind dabei, die Lampen möglichst stromsparend einzusetzen. Das geht nicht bei allen. Wie es an der Wehrlistrasse ist, müsste ich allerdings erst abklären.»

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