Tägerig
Sport-Investitionen geben in Kleingemeinde zu reden

Die geplanten Sport-Investitionen haben mobilisiert. Nicht weniger als 130 Personen besuchten die Orientierungsversammlung in der Schulhaus-Aula. Über das vierteilige Sportpaket stimmen die Dorfbewohner an der «Gmeind» vom 3. Juni ab.

Lukas Schumacher
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Volles Haus: Fast jeder zehnte der 1430 Dorfbewohner nahm an der Orientierungsversammlung in der Aula teil.

Volles Haus: Fast jeder zehnte der 1430 Dorfbewohner nahm an der Orientierungsversammlung in der Aula teil.

Lukas Schumacher

Die Gemeindekosten betragen gesamthaft eine Million Franken, wobei die Vergrösserung des Fussballplatzes mit 535 000 Franken und die Erweiterung der Parkplätze bei der Schul- und Sportanlage mit 330 000 Franken zu Buche schlagen.

Deutlich günstiger aus Gemeindesicht kommen die zwei anderen Teile des Pakets zu stehen: 170 000 Franken für ein Beachvolleyball-Feld und den Einbau eines Kunststoffbelags auf dem Hartplatz sowie 65 000 Franken brutto für eine Duschanlage in der Zivilschutzunterkunft der Mehrzweckanlage.

Steuerfuss soll steigen

«Die vier Teilprojekte sollte man nicht losgelöst betrachten», sagte Gemeindeammann Matthias Moser, «sie bilden eine Einheit.» Eine lebendige Dorfgemeinschaft benötige ein gutes Grundangebot mit ansprechenden Anlagen.

Moser wies auch auf die finanziellen Auswirkungen hin. Verzinsung und Amortisation der Sport-Investitionen würden rund 90 000 Frankenjährlich oder 3 Prozentpunkte des Steuerfusses ausmachen. Demnach müsse der Steuerfuss um 3 Prozent angehoben werden, von 113% auf 116%. Den neuen Steuerfuss wird die Winter-Gemeindeversammlung Ende 2015 festlegen.

Vereine leisten Fronarbeit

Der Fussballclub und der Sportverein Tägerig, zwei Stützen des Dorflebens, machen nicht einfach die hohle Hand. Sie erbringen bei einem Ja am 3. Juni beachtliche Eigenleistungen. So übernimmt der FC die Bauausführung der dringlichen Platzvergrösserung. Der SVT seinerseits zeichnet sich verantwortlich für den Hartbelag-Einbau und die Erstellung des Beachvolley-Feldes.

Beide Vereine werden zudem Fronarbeit verrichten, also zünftig Hand anlegen. Bei der Platzvergrösserung will der FC Fronarbeit im Gegenwert von rund 65 000 Franken leisten und bei der Duschanlage im Wert von weiteren 20 000 Franken. Der SVT stellt Eigenleistungen im Betrag von rund 30 000 Franken in Aussicht.

Im Herbst 2015 soll die Fussballplatzvergrösserung anlaufen; die Baubewilligung liegt bereits vor. Laut Moser soll das ganze Sportpaket bis zum 8. Juni 2017, dem Beginn des Aargauischen Musiktags in Tägerig, realisiert sein.

Auf Unterstützung angewiesen

«Unsere Investitionen», sagte Andreas Zehnder vom Fussballclub, «konnten wir in den letzten 30 Jahren immer selber finanzieren, so auch die Trainingsanlage im Gebiet Verlorenen. Die Vergrösserung des Hauptspielfelds Kleinzelg können wir aber nie und nimmer stemmen.»

Wenn der Platz nicht rund 8 Meter länger und 14 Meter breiter wird, darf das Fanionteam des FC Tägerig nicht mehr in der 3. Liga kicken. Bis August 2018 müssen sämtliche Schweizer Fussballklubs über einen Platz mit den Mindestmassen 100×64 Meter plus 3 Meter Schutzraum auf allen Seiten verfügen. Hinzu kommt, dass das bestehende, zu kleine Tägliger Spielfeld uneben und das Terrain abschüssig ist.

«Wir sitzen alle im gleichen Boot», sagte Adrian Fankhauser vom Sportverein. Wie der FC sei sein Verein beim Ausbau der Infrastruktur auf die finanzielle Unterstützung der Allgemeinheit angewiesen. Nicht nur die Gemeinde, auch der Kanton spielt bei der Mitfinanzierung eine wichtige Rolle.

Aus dem kantonalen Swisslos-Fonds werden erwartet: 200 000 Franken für Platzvergrösserung, 115 000 Franken für Kunststoffbelag/Beachvolley-Feld sowie 13 000 für die Duschanlage.

Kommentar: Penalty sollte verwertet werden Von Lukas Schumacher Das Sportpaket kommt in der Fussballsprache einem Penalty gleich. Diese grosse Chance sollte Tägerig am 3. Juni ohne Wenn und Aber verwerten. Bekanntlich sind der gesundheitliche Nutzen und der Spassfaktor auf zeitgemässen Breitensport-Anlagen hoch. Fussballklub und Sportverein ziehen in Tägerig nicht nur ein grosses Freizeitprogramm auf, sie stehen auch für Jugendarbeit im weiteren Sinn. Der FC betreut und trainiert 185 Junioren im Alter zwischen 5 und 18. Die Leiter und Vereinsverantwortlichen des Sportvereins, des klar grössten Dorfvereins, investieren jährlich rund 10 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit zugunsten der Kinder, der Jugendlichen und Erwachsenen. Dieses Zahlen sprechen für sich. Tägerig gehört zwar zu den finanzschwächeren Gemeinden im Freiamt. Am Bettelstab wandelt die Gemeinde aber nicht. Ihre Nettoschuld beträgt aktuell vergleichsweise bescheidene 181 000 Franken oder 127 Franken je Einwohner. Gemäss Statistik betrug Ende 2013 die Pro-Kopf Verschuldung im Aargau 226 Franken.Selbstverständlich nehmen die Tägliger Schulden zu, wenn das Sportpaket umgesetzt wird. Der spätere Nutzwert rechtfertigt aber den Schuldenanstieg und den geringen Steuerfuss-Aufschlag. Zudem bahnt sich eine Entlastung an: Die Neuregelung beim kantonalen Finanzausgleich dürfte Tägerig einen höheren jährlichen Zustupf bescheren.

Kommentar: Penalty sollte verwertet werden Von Lukas Schumacher Das Sportpaket kommt in der Fussballsprache einem Penalty gleich. Diese grosse Chance sollte Tägerig am 3. Juni ohne Wenn und Aber verwerten. Bekanntlich sind der gesundheitliche Nutzen und der Spassfaktor auf zeitgemässen Breitensport-Anlagen hoch. Fussballklub und Sportverein ziehen in Tägerig nicht nur ein grosses Freizeitprogramm auf, sie stehen auch für Jugendarbeit im weiteren Sinn. Der FC betreut und trainiert 185 Junioren im Alter zwischen 5 und 18. Die Leiter und Vereinsverantwortlichen des Sportvereins, des klar grössten Dorfvereins, investieren jährlich rund 10 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit zugunsten der Kinder, der Jugendlichen und Erwachsenen. Dieses Zahlen sprechen für sich. Tägerig gehört zwar zu den finanzschwächeren Gemeinden im Freiamt. Am Bettelstab wandelt die Gemeinde aber nicht. Ihre Nettoschuld beträgt aktuell vergleichsweise bescheidene 181 000 Franken oder 127 Franken je Einwohner. Gemäss Statistik betrug Ende 2013 die Pro-Kopf Verschuldung im Aargau 226 Franken.Selbstverständlich nehmen die Tägliger Schulden zu, wenn das Sportpaket umgesetzt wird. Der spätere Nutzwert rechtfertigt aber den Schuldenanstieg und den geringen Steuerfuss-Aufschlag. Zudem bahnt sich eine Entlastung an: Die Neuregelung beim kantonalen Finanzausgleich dürfte Tägerig einen höheren jährlichen Zustupf bescheren.

Aargauer Zeitung

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