Der Rettungsdienst des Kreisspitals für das Freiamt hat aufgerüstet: Der neue Rettungswagen ist der erste im Kanton, der auch stark übergewichtige Patientinnen und Patienten aufnehmen und bequem transportieren kann.

Und mit dem vom Freiämter Spitalverein geschenkten Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) erhält der Dienst ein universell einsetzbares Fahrzeug zusätzlich. Dieses erlaubt einerseits den Einsatz für erste Hilfe mit einem Arzt, andererseits kann es verletzte Menschen sitzend transportieren.

Den alten Rettungswagen übergab das Spital dem Samariterverein Muri und Umgebung, bei dem er hoch willkommene Dienste leisten wird. Pastoralassistentin Elisabeth Aeberli segnete die Fahrzeuge.

Bis 300 Kilogramm

Das neue Rettungsfahrzeug verfügt über eine spezielle, elektrisch angetriebene Trage, die mit bis zu 300 Kilogramm belastet werden kann. Zusätzlich kann sie verbreitert in den Einsatz kommen, damit auch massiv übergewichtige Personen sicher und komfortabel transportiert werden können.

«Es ist der erste Rettungswagen im Kanton Aargau, der so ausgerüstet eingesetzt wird», hielt Marco Beng, CEO des Kreisspitals für das Freiamt in Muri, bei der Fahrzeugübergabe fest.

Für das Spital ist das ein grosses Vorteil, weil es auch Adipositas-Chirurgie, also Eingriffe bei Fettleibigkeit, anbietet. Das Fahrzeug, von der Murianer Robert Wild AG beschriftet und mit reflektierender Folie versehen, wurde auf der Basis eines Mercedes in Polen von einer Spezialfirma zur Ambulanz ausgebaut.

«In der Schweiz käme ein solcher Ausbau extrem viel teurer», machte Adrian Scheiber von der ACT AG, die das Fahrzeug ausgeliefert hat, deutlich.

Das alte Fahrzeug, ein 15-jähriger GMC mit inzwischen 400 000 Kilometern auf den Rädern, erhält der Samariterverein Muri und Umgebung. Herbert Konrad, Kallern, Präsident des Vereins, freute sich sichtlich: «Es wird uns sehr gute Dienste leisten.»

Idealer Kompromiss

Neben den zwei Rettungswagen verfügt der Rettungsdienst neu noch über das NEF, ein Geschenk des Freiämter Spitalvereins. Ziel des Vereins sei es, das Freiämter Spital in ideeller und materieller Hinsicht zu unterstützen, unterstrich Präsident Herbert Strebel, Muri.

Das NEF entspricht einem echten Bedürfnis, wie Sascha Salm, Leiter des Rettungsdienstes, ausführte: «Wir haben zwei Teams und zwei Rettungswagen. Wenn einer nicht in den Einsatz kann, bleibt nur ein Team. Jetzt kann mit dem neuen NEF zusätzlich erste Hilfe geleistet werden.»

Weiter könne der VW T5 auch für Patiententransporte von Spital zu Spital und nicht zuletzt beim Postendienst an grossen Veranstaltungen wie dem Motocross eingesetzt werden. «Das NEF ist ein guter Kompromiss, ein drittes Rettungsfahrzeug wäre nicht finanzierbar gewesen.»