Namensänderung
Spital Muri: Ein Zug macht Werbung für den neuen Namen

Aus dem Kreisspital für das Freiamt wird das Spital Muri. Das neue Logo steht nun für drei Jahre auf einer Zugskomposition der BDWM, der durchs ganze Freiamt und auch nach Dietikon fährt.

Eddy Schambron
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Marco Beng, CEO Spital Muri, und Sabina Rüttimann, Präsidentin Stiftungsrat Kreisspital für das Freiamt, vor der neu gestalteten BDWM-Zugskomposition.

Marco Beng, CEO Spital Muri, und Sabina Rüttimann, Präsidentin Stiftungsrat Kreisspital für das Freiamt, vor der neu gestalteten BDWM-Zugskomposition.

Eddy Schambron

Aus dem Kreisspital für das Freiamt wird das Spital Muri. «Im Tagesgeschäft zeigt sich der alte Name oft als Hindernis», weiss Spital-CEO Marco Beng. Deshalb machte man sich daran, einen neuen zu finden.

«Spital Muri war naheliegend, weil diese Bezeichnung schon bisher inoffiziell und informell verwendet wird und weil sie kurz und prägnant ist. Sie bleibt damit leicht im Gedächtnis haften.» Grundsätzlich ändert sich aber nichts. Sanft angepasst wurde auch das Logo, das weiterhin in den Freiämter Farben Gelb und Blau, aber mit modernerer Schrift auf das Spital aufmerksam macht.

Zug macht Werbung

Komplett neu ist hingegen, dass dieses Logo jetzt für drei Jahre auf einer Zugskomposition der BDWM prangt. Weil der Zug durch das ganze Freiamt fährt, wird mit ihm in der ganzen Region Werbung gemacht. Und sogar mit dem Bahnhof in Dietikon im benachbarten Kanton Zürich.

«Wir behandeln auch immer mehr Patientinnen und Patienten aus dem Raum Zürich», führt Beng aus. «Unsere Fachärzte in vielen Bereichen, zum Beispiel in der Viszeralchirurgie, in der Orthopädie und der Urologie sind mittlerweile durch Mundpropaganda auch im angrenzenden Zürcher Raum bekannt geworden.

Umgekehrt wirbt die Bahn im Spital für ihr Angebot, zum Beispiel in zwei Bettenliften. «Mit der Partnerschaft zur BDWM können wirtschaftlich gesehen positive externe Effekte geschaffen werden», unterstreicht Beng. «Für beide steigt der Ertrag pro eingesetzten Werbefranken stärker, als wenn diese Werbung ohne die Partnerschaft durchgeführt werden müsste».

Zwischen Realität und Planung

Die Gruppenpraxis in Sins ist auf Kurs, wie Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates des Spitals Muri, erklärt. In einer ersten Phase wird das Spital das Ärztezentrum Sins übernehmen und weiterführen. Die Infrastruktur bleibt in dieser Zeitspanne erhalten, die Arbeitsverträge werden mit dem bisherigen Personal abgeschlossen und die Patientendaten übernommen. Damit wird sichergestellt, dass das Ärztezentrum auch nach dem Ausscheiden von Rolf Glauser seine Dienstleistungen der Bevölkerung von Sins und Umgebung anbieten kann. Parallel dazu arbeitet das Spital die Überführung in eine Gruppenpraxis aus. Diese sollte etwa Mitte 2017 ihren Betrieb aufnehmen können.

Im Januar ist in Bremgarten die Praxis am Bahnhof eröffnet worden. Diese wird von zwei Gastroenterologen und einem Rheumatologen betrieben. Ab etwa August wird regelmässig ein Orthopäde seine Sprechstunde anbieten. «Mit diesem Engagement geht das Spital Muri zu seinen Patientinnen und Patienten», sagt Rüttimann.

Auf dem Mutschellen ist eine Gruppenpraxis in Planung. Mittlerweile konnten Einsprachen gegen den Neubau bereinigt werden. Das Spital Muri möchte sich auch in dieser Region engagieren und Fachleute, Spezialisten und ärztliches Personal regelmässig zur Erbringung von Dienstleistungen schicken. «Gespräche diesbezüglich sind am Laufen.» (es)

Werbung notwendig

Werbung hat das Freiämter Spital bisher nur bescheiden gemacht. «Wir sind der Meinung, dass Werbung heute aber nötiger geworden ist», erklärt Beng. Bisher hätten vor allem klassische Privatspitäler in die Werbung investiert, dann auch die grösseren Spitäler.

Heute müsse auch ein kleineres Spital auf sich aufmerksam machen, «zumal wir mit etwa 8000 stationären Patienten und 40 000 ambulanten Patienten jährlich am Übergang von einem kleinen zu einem mittelgrossen Spital stehen.» Das Marketing-Budget des Spitals Muri bleibe jedoch weiterhin sehr knapp bemessen.

Strategie überprüfen

Im 2014 wurde von der Stifterversammlung der Stiftungsrat neu bestellt. Dieser trifft sich jeweils zu einem mehrtägigen Workshop, in welchem die Strategie für die nächsten vier Jahre so vorbereitet wird, dass sie die Stifterversammlung genehmigen kann. Im Spätherbst wird sich der Stiftungsrat für zwei Tage zurückziehen, um sich in die Thematik «Das Regionalspital der Zukunft» einführen zu lassen, wie Stiftungsratspräsidentin Sabina Rüttimann ausführt.

Neben der Spitalleitung werden auch alle Chefärzte in diesem Workshop dabei sein. «Die beste Strategie nützt nichts, wenn sie nicht im Alltag umgesetzt werden kann.»