Verdauungsbeschwerden sind weitverbreitet. Hinweise deuten darauf hin, dass bestimmte Zuckerarten in der Nahrung dafür verantwortlich sind. Die Ernährung nach dem «Low FODMAP»-Prinzip könnte insbesondere beim Reizdarmsyndrom für Linderung sorgen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 15 Prozent der Schweizer an einem Reizdarm leiden. Das Spital Muri bietet nun als eines der ersten Schweizer Spitäler Low FODMAP als Kostform für Patientinnen und Patienten an. Nach einer erfolgreichen Testphase wurde die Kostform fest ins Angebot integriert.

Vom Dünndarm nicht verdaut

Unter dem Begriff «FODMAP» werden bestimmte Kohlehydratverbindungen zusammengefasst, die vom Dünndarm nur mangelhaft verarbeitet werden und zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Reizdarm führen können. Das Wort FODMAP setzt sich zusammen aus «Fermentierbare Oligosaccaride, Disaccaride, Monosaccaride und (and) Polyole». Saccarid meint dabei den Zucker, der Grundbestandteil dieser Stoffe ist. FODMAP können vom Dünndarm nicht verdaut werden und erreichen daher unverändert den Dickdarm. Während des Gärprozesses zersetzen die Bakterien der Dickdarmflora die Nahrung. Dadurch werden aus den FODMAP unter anderem Elektrolyte und Wasser zurückgewonnen, und Gase wie Methan, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff entstehen. FODMAP sind natürlicherweise in vielen Lebensmitteln enthalten und gehören zur täglichen Ernährung gesundheitsbewusster Menschen. Sie sind nicht generell schädlich, die Gase können einen empfindlichen Darm jedoch reizen.

Alle stationär eintretenden Patientinnen und Patienten erhalten am ersten Tag im Spital Muri eine leichte Kost nach Low FODMAP, die in der Spitalküche täglich frisch und ohne Zusatzstoffe zubereitet wird. Ab dem zweiten Tag stehen den Patientinnen und Patienten verschiedene Kostformen zur Auswahl.

Erfreut über den erfolgreichen Start ist Markus Weishaupt, Leiter Gastronomie: «Wir haben sogar regionale Lieferanten gefunden, die speziell für unser Spital Low-FODMAP-Produkte produzieren.»