Muri

Spital baut nicht nur mit Beton um

Nach den ersten 100 Tagen: CEO Daniel Strub (Mitte) zeigt zusammen mit Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates, sowie Rainer Leuthard, CFO und CEO Stv. auf, welche Veränderungen anstehen. Der Jahresabschluss 2016 überzeugt mit einem erfreulichen Ergebnis. ES

Nach den ersten 100 Tagen: CEO Daniel Strub (Mitte) zeigt zusammen mit Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates, sowie Rainer Leuthard, CFO und CEO Stv. auf, welche Veränderungen anstehen. Der Jahresabschluss 2016 überzeugt mit einem erfreulichen Ergebnis. ES

Mit Prozessanpassungen und neuen Führungsstrukturen wird das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht.

Das Spital Muri verändert mit dem neuen CEO, Daniel Strub, einiges. «Wir stellen das Spital nicht auf den Kopf», beruhigt er, «aber der Betrieb soll innovativ und für die Zukunft fit sein.» Das bedeutet: neue Anforderungen, Zentralisierungen in verschiedenen Bereichen sowie Anpassung von Prozessen und Führungsstrukturen. Teilweise werden «Gärtli neu abgesteckt», obwohl ihm Kontinuität wichtig sei, betont Strub in einer Rückschau auf seine ersten 100 Tage als CEO des Spitals Muri.

Bereits vor zwei Jahren begann das Spital Muri mit der Planung eines neuen Ambulatoriums für Sprechstunden. Strub, damals noch Leiter Unternehmensentwicklung, muss nun im Rahmen der Umsetzung als CEO seine Planungen bewilligen, «eine sehr spezielle Situation für mich». Es ist nicht die einzige Aufgabe, für die er nun auf einer anderen Ebene zuständig ist.

Im neuen Ambulatorium werden zusätzliche Untersuchungszimmer und Arztbüros zur Verfügung stehen, was zusammen mit den neuen Operationssälen einen grosszügigen Ausbau der Spitalkapazität darstellt. «Die interdisziplinäre Konzentration der Sprechstunden unter einer Leitung wird eine spürbare Optimierung der Abläufe ermöglichen». Die Leitung dieses neuen Zentrums mit rund 18 medizinischen, chirurgischen und anästhesiologischen Sprechstunden wird im Herbst den Betrieb aufnehmen und von Barbara Jäkle geführt.

Zentrales Sekretariat

Um das neue interdisziplinäre Zentrum effizient zu betreiben, werden die Sekretariate der chirurgischen und medizinischen Klinik sowie das Sekretariat für perioperative Medizin zusammenarbeiten. Auch die Patientendisposition und die Bettenplanung werden ins interdisziplinäre Zentrum integriert. Damit erfolgen die Verarbeitung von Zuweisungen, die Disposition der spezialärztlichen Sprechstunden, die Planung von Spitaleintritten und Operationen, das Aufgebot des Patienten oder der Patientin sowie die Planung von anästhesiologischen Voruntersuchungen aus einer Hand. «Durch diese Vereinfachung der Führungsstrukturen – ein Chef, weniger Schnittstellen – erhoffen wir uns eine bessere, prozessorientierte Verteilung der Arbeit und eine erleichterte und einfachere Einführung von Neuerungen.»

Zentrale Sterilisationsanlage

Mit dem Ausbau der Operationskapazitäten von vier auf sechs Säle wurde auch eine Vergrösserung und Modernisierung der zentralen Sterilisationsanlage realisiert. Dieser Neubau in deutlich grösseren Räumen sei auch deshalb nötig gewesen, weil die alte Anlage nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften genügt habe.

Aufgebaut wird ein operatives Multiprojektmanagement. Dabei geht es darum, die Projektarbeit im Spital Muri zu organisieren, zu strukturieren und ein für alle leicht zugängliches Wissensmanagement aufzubauen. Aufgestockt wird die Stelle der Spitalhygiene. Aufgestockt wird ebenfalls die Abteilung Marketing. «Im teilliberalisierten Spitalmarkt ist es äusserst wichtig, dass Patientinnen und Patienten sowie Zuweisende auf professionelle Art und Weise über die hohe Qualität der medizinischen Dienstleistungen im Spital Muri informiert werden», erklärt Strub.

Personelle Veränderungen

Personell kommt es zu einigen Veränderungen: Es stehen die Pensionierungen von Pflegedienstleiterin Ruth Engeler und der Chefärztin Anästhesie, Hannelore Klemann, an. Stephan Schärer übernimmt die Leitung des Pflegedienstes, Sven Fischer, bisher Leitender Arzt Anästhesie, wird neuer Chefarzt. Bis Ende Jahr werden drei Fünftel der Spitalleitung neu besetzt sein; der Bewerbungsprozess für einen neuen Leiter Betrieb und Infrastruktur beginnt. «So viel neues Kader in einem Jahr ist eine Herausforderung für den Betrieb und bringt auch personelle Fluktuationen im Umfeld mit sich», ist Strub klar. Und Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates, ergänzt, dass insbesondere die Kündigung des ehemaligen CEO Marco Beng bei den Mitarbeitenden eine gewisse Unsicherheit geweckt habe. Der Stiftungsrat habe sich aber für die Neubesetzung die nötige Zeit nehmen wollen «und die Geduld der Mitarbeitenden wohl etwas strapaziert.»

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