Grossratswahlen
Spielend einfach integriert — Für Milenko Vukajlovic selbstverständlich

Der Wohler kandidiert für die SP Bezirk Bremgarten für den Grossrat. Milenko Vukajlovic setzt sich für erneuerbare Energien und die CO2-Redukton ein

Nathalie Wolgensinger
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Milenko Vukajlovic im Park des Wohler Strohmuseums.

Milenko Vukajlovic im Park des Wohler Strohmuseums.

Nathalie Wolgensinger

Was Experten als eine gelungene Integration ins Feld führen, ist für Milenko Vukajlovic eine Selbstverständlichkeit. Er wurde in Bosnien-Herzegowina geboren und kam als Fünfjähriger in die Schweiz. Er «tschuttete» lange Jahre beim FC Sarmenstorf, spielte Posaune bei den «Heuröpflern» und war Mitglied des Sarmenstorfer Turnvereins. «Ich wuchs im Dorf auf und wurde von meinen Kollegen in die Vereine mitgenommen», erzählt der 38-Jährige. Die Dorfgemeinschaft nahm ihn und seine Familie damals in den Neunzigerjahren freundlich auf. «Auch ich musste hin und wieder das Schimpfwort Jugo auf dem Spielplatz hören», erzählt er. Der Sport habe ihm aber bei der Integration vieles erleichtert, ist er sicher. Heute spielt das Thema in seinem Leben eine eher untergeordnete Rolle.

Das Freiamt ist die neue Heimat

Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der zweijährigen Tochter und dem sechs Monate alten Sohn lebt er in einer Genossenschaftswohnung in Wohlen. Dass von seinem Daheim aus alles in Fussdistanz erreichbar ist, das schätzt der SP-Einwohnerrat sehr an seinem Wohnort. Zumal er das Regionalzentrum bestens kennt. «Meine Eltern lebten hier, als ich im Alter von fünf Jahren in die Schweiz kam», erzählt er.

Bis zum Kindergarteneintritt wuchs er bei den Grosseltern in Bosnien-Herzegowina auf. Mittlerweile sei ihm das Freiamt aber zur Heimat geworden. So lag es auf der Hand, dass er sich im Jahr 2000 gemeinsam mit seinen Eltern und der jüngeren Schwester einbürgern liess. Vorher habe er sich nicht für Politik interessiert, gesteht der gelernte Anlage- und Apparatebauer lächelnd ein. Doch das änderte sich, «ich wollte mich einbringen und mitreden, also trat ich der SP bei», sagt er. Ihn beschäftige der Rechtsrutsch, der nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa zu beobachten sei. Um mitzugestalten, hat sich der Projektleiter eines Zürcher Energieversorgers für den Beitritt zur SP entschieden.

Ein Testlauf für die Wahlen in vier Jahren

Und wie bereits im Fussball, wo er als Juniorentrainer und Schiedsrichter amtete, übernahm er ab 2016 auch in der Politik Verantwortung. Er liess sich in den Vorstand der SP Wohlen wählen und kandidierte als Einwohnerrat. Als Dorian Hyde im Frühling dieses Jahres ausschied, rutschte Vukajlovic nach. Die Vereidigung fand anlässlich der ersten Sitzung nach der Coronapause statt. Nun kandidiert der Wohler auf Listenplatz 11 für die SP des Bezirks Bremgarten. «Ich setze mich für erneuerbare Energien und die CO2-Redukton ein. Es ist doch unglaublich, dass ein Grossteil der Heizungen immer noch mit Öl betrieben werden», empört er sich. Sein Wissen bringt er auch als Mitglied der Kommission für Umwelt und Energie ein. Dass seine Wahlchancen neben den drei Spitzenreitern und bisherigen Amtsinhabern Rosmarie Groux, Thomas Leitch und Arsène Perroud gering sind, das ist ihm bewusst. Er sieht die Kandidatur denn auch als Testlauf für die nächsten Wahlen in vier Jahren. Bis dahin hat der Familienvater aber noch einiges vor, er bildet sich bis nämlich weiter zum Ingenieur an der Fachhochschule in Rapperswil.