Seit 30 Jahren lässt die Ludothek Wohlen Kinderherzen höherschlagen. Auch wenn das Angebot stets der Zeit angepasst wurde, blieb die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit konstant. Diesem Vorsatz entsprechend, deckt die Ludothek ihren Strombedarf vollumfänglich mit ibw-Ökostrom.

«Alles begann 1988 in einer 3½-Zimmer-Wohnung, aber mit umso mehr Enthusiasmus», erzählt Miriam Camenzind, Finanzverantwortliche der Ludothek. «Fünf Frauen wollten damals auch im Freiamt Kindern die Möglichkeit geben, Zugang zu einer breiten Vielfalt von Spielzeug zu haben, ohne gleich alles selber kaufen zu müssen.» Und die Idee fand Anklang: Heute kümmern sich die 14 aktiven Mitglieder des Vereins Ludothek jedes Jahr um rund 450 Kunden.

«Natürlich hat sich in den dreissig Jahren viel verändert», sagt Rahel Pfister, Mitglied des Vereinsvorstands. Setzte man anfangs noch primär auf Holzspielzeug, haben inzwischen auch Barbie und Playmobil ihren Platz im Sortiment gefunden. «Das ist für uns auch absolut okay – wir möchten ja den Geschmack der Kinder treffen», sagt Pfister.

Mit Nagel und Araldit

«Wir achten jedoch immer auf Qualität und Robustheit der Spielwaren», ergänzt Camenzind. Wenn trotzdem mal etwas kaputt geht, landet der «Patient» nicht gleich im Abfall: «Wir haben eine ‹gute Seele› im Hintergrund, die uns beschädigtes Spielzeug repariert, ehrenamtlich und mit viel Erfindergeist», sagt Camenzind. «Bricht bei einem Traktor die Anhängevorrichtung, wird sie mit einem abgesägten Nagel und Araldit geflickt. So kann ein Spielzeug über Jahre hinaus verwendet werden. Das ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit.» So ist es für die Ludothek denn auch selbstverständlich, dass sie ihren Strombedarf vollumfänglich mit ibw-Ökostrom abdeckt: «Der günstige Preis ist das eine», sagt Pfister, «aber es entspricht auch unserer Überzeugung: So wie man im gemeinsamen Spiel lernt, aufeinander Rücksicht zu nehmen, so zeigt man sich mit Ökostrom rücksichtsvoll gegenüber der Umwelt.»

Rahel Pfister und Miriam Camenzind sind zuversichtlich, dass die Ludothek noch lange Bestand hat: «Wir leihen ja nicht nur Spiele aus, sondern richten auch Spielecken ein, etwa an Firmenanlässen oder Geburtstagen», sagt Camenzind. «Letztes Jahr waren wir an einem Anlass des Vereins Autismus Schweiz. Ein Kind hat stundenlang mit Kapla eine riesige, voll funktionstüchtige Brücke gebaut. Das sind die Momente, die einem das Herz aufgehen lassen und uns immer wieder neu motivieren.» (az)