Bremgarten
Spektakulärer Doppelkreisel: Bau beginnt im Herbst 2015

Das Bauwerk soll programmgemäss im Herbst 2015 begonnen und im Sommer 2017 vollendet werden. Die Ursache der Kreisel-Doppellösung ist die Überlastung von zwei Verkehrsknoten.

Lukas Schumacher
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Das zweifache Bauwerk: Gelb = Kreiselprojekte bei Shell-Tankstelle «Fohlenweid» mit Anschlussstrassen und neuer Verbindungsspange; Lila = Radweg/Fusswegverbindungen; 1 = Shell-Tankstelle mit Shop, 2 = Schützenhaus, 3 = Firma Elro. zvg

Das zweifache Bauwerk: Gelb = Kreiselprojekte bei Shell-Tankstelle «Fohlenweid» mit Anschlussstrassen und neuer Verbindungsspange; Lila = Radweg/Fusswegverbindungen; 1 = Shell-Tankstelle mit Shop, 2 = Schützenhaus, 3 = Firma Elro. zvg

Im Strassenbauprogramm 2015 des Kantons Aargau fehlt überraschend der Doppelkreisel Bremgarten. Hat der Kanton die Erstellung des gegen 7 Mio. Franken kostenden Strassenbauwerks klammheimlich ins Programm 2016 verschoben? «Das trifft überhaupt nicht zu», sagte Bauingenieur Peter Keller, Leiter der Unterabteilung Realisierung beim kantonalen Departement Bau, Verkehr, Umwelt. Man sei im Gegenteil recht zuversichtlich, dass der Baustart im Herbst 2015 mit der geplanten Dammaufschüttung in Bremgarten lanciert werden kann.

7 Meter breite Fahrbahnen

Beide Betonkreisel werden Fahrbahnen von je sieben Metern aufweisen. Der grössere Kreisel Wohlerstrasse mit den vier Verkehrsästen wird es auf einen Aussendurchmesser von 40 Metern bringen, der kleinere Kreisel Oberebenestrasse mit den drei Ästen auf einen Aussendurchmesser von 36 Metern. Bemerkenswert nebst dem geplanten hohen Grünanteil des Strassenprojekts sind die geschickt angelegten Verbindungen für die Velofahrer und Fussgänger. So wird der Radweg Richtung Wohlen, der sich im Bau befindet, via neues Brücklein über die Oberebenestrasse geführt und beim Kreisel Wohlerstrasse mit dem Radroutennetz verbunden. Den bestehenden schmalen Fussweg Richtung Militärstrasse baut man zu einem Rad- und Gehweg zur Unterstadt aus. Für die Fussgänger sind Gehwegverlängerungen bei den Zufahrtsstrassen geplant sowie vier Strassenübergänge mit Schutzinseln. (sl)

Für die Aufnahme ins kantonale Programm 2015, wo fünf Dutzend Verkehrs-infrastrukturprojekte aufgelistet sind (Ausbauten/Neubauten, Lärmsanierungen, grössere Unterhaltsarbeiten), reichte es dem Doppelkreisel zeitlich aber wegen zweier Unsicherheiten nicht.

Landerwerb noch nicht geregelt

Die eine Unsicherheit des Bremgarter Projekts ist ausgemerzt. Just vor zwei Tagen, am 13. Januar, erlangte die definitive Genehmigung des Doppelkreisels durch den Aargauischen Regierungsrats Rechtskraft. Der zweite Unsicherheitsfaktor bleibt vorderhand bestehen: Die Landerwerbsverhandlungen für die Realisierung der Doppelkreisel sind noch nicht in trockenen Tüchern. Vorteilhafte Vorgespräche hätte es sehr wohl gegeben, relativiert Peter Keller.

Auch sei die kantonale Abteilung Landerwerb guten Mutes, dass recht zügig vernünftige Vereinbarungen mit dem knappen halben Dutzend betroffener Grundeigentümer resultieren werden. Zeitgleich mit den Landerwerbsverhandlungen werde das Submissionsverfahren für die Vergabe der Bauarbeiten angepackt. «So gesehen wäre es aus Sicht des Kantons keine grosse Überraschung, wenn unser Bremgarter Projektleiter Thomas Meile schon nach den Sommerferien loslegen könnte», erläuterte Keller.

Der grobe Fahrplan steht

Erwähnenswerte Veränderungen am ursprünglichen Bauprojekt sind nicht vorgesehen, genauso wenig am groben Terminplan. Voraussichtlich im Frühherbst 2015 wird eine grosse Dammaufschüttung nördlich der Shell-Tankstelle «Fohlenweid» den Baubeginn markieren.

Die Aufschüttung und insbesondere die Setzung des neu angelegten Damms wird viel Zeit beanspruchen. Benötigt wird der stattliche Damm für die Erstellung des nördlichen Teils des Doppelkreisels, des Bypasses und der neuen Verkehrsspange Nord. Weitere wichtige Bauetappen stellen selbstredend die zwei Betonkreisel und die bereits erwähnte Verbindungsspange zwischen den Kreiseln samt den Anpassungen der Kantonsstrassen dar.

Die Gesamtbauzeit beträgt knapp zwei Jahre. Im Sommer 2017 müsste demnach das Gesamtwerk fertiggestellt sein, eingeschlossen die Begrünungen und die Ausschmückung der beiden Kreisel mit originellen Tierfiguren, die von der benachbarten Firma Hunn als Geschenk an Bremgarten finanziert wird.

Mehr Verkehrsfluss, weniger Unfälle

Ursache der spektakulären Kreisel-Doppellösung ist die Überlastung der zwei Verkehrsknoten Umfahrungsstrasse und Oberebene/Fischbacherstrasse zu den Stosszeiten am frühen Morgen und am Abend. Täglich sind hier im Schnitt rund 35 000 Fahrzeuge unterwegs. Der Doppelkreisel soll einerseits den Verkehrsfluss in den Stosszeiten verbessern und andererseits die Tempi in den übrigen Tageszeiten senken sowie das Einmünden und Queren erleichtern.

Vom projektierten Doppelkreisel erwarten die Verkehrsplaner und -experten einen deutlichen Rückgang der Verkehrsunfälle. Seit der Eröffnung der Stadtumfahrung Bremgarten im Oktober 2004 geschahen auf der Umfahrungsstrasse und der Spange Oberebenstrasse Dutzende Unfälle, darunter mehrere schwere.