Göscheneralptal
Spektakuläre Alpenroute auch dank Freiämtern

Die Salbitbrücke, die der SAC Lindenberg mitfinanziert hat, ist für den Klub ein riesiger Erfolg geworden. Auf knapp 2400 Meter über Meer führt sie über das Tobel und ist nichts für Angsthasen.

Andrea Weibel
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Die Salbitbrücke

Die Salbitbrücke

Aargauer Zeitung

Da hinauf wagt sich nicht jeder: Lediglich 64 Zentimeter breit ist die Brücke, die 93 Meter lang über das Couloir führt. Sie schwingt leicht mit, und nur wenige Zentimeter unter den Schuhsohlen lauert der tiefe Abgrund. Wer es aber wagt, die neue Salbitbrücke im Göscheneralptal zu überqueren, dem wird sie unvergesslich bleiben.

Genau so erging es diesen Sommer unzähligen Wanderern und Bergsteigern, als sie die neue Brücke für sich entdeckten. «Es gibt unterdessen fast überall Hängebrücken in der Schweiz, das ist nichts Besonderes mehr», weiss Francis Kuhlen (65), Präsident der Sektion Lindenberg des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). «Die Salbitbrücke zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie auf knapp 2400 Meter über Meer über das Tobel führt.» Das Panorama ist atemberaubend, die Wanderung bis zur Brücke «von lieblich bis schroff», beschreibt der passionierte Wanderer.

Urner Alpenkranz

Auch Hans Berger (62), seit 27 Jahren Hüttenwart in der Salbithütte des SAC Lindenberg, ist begeistert von der Brücke: «Sie hat unglaublich viele Leute hier hinaufgebracht. Mit einem so enormen Erfolg hätten wir nie gerechnet.» Der Sommer sei vom Wetter her sehr durchzogen gewesen, doch «dank der Brücke ist er zu einem guten Sommer geworden».

Aber nicht nur die Salbithütte, sondern alle Hütten in der Umgebung hätten von dem tollkühnen Bau profitiert. «Durch die Brücke konnte die Route des Urner Alpenkranzes geschlossen werden. Nun kann man wunderbar in mehreren Tagen von Hütte zu Hütte wandern, was vorher sehr schwierig war», bestätigt Francis Kuhlen. Zuvor bestand lediglich ein äusserst mühsamer Kettenweg dem ausgesetzten Fels entlang als Verbindung zwischen der Salbit- und der Voralphütte.

«Auch jetzt ist der Weg nicht ganz einfach», warnt Kuhlen. Der Wanderweg vom Parkplatz zur Salbithütte und weiter bis zur Brücke ist mit T4 gekennzeichnet, was in der Skala von T1 (leichte Wanderung) bis T6 (anspruchsvolles alpines Bergsteigen) doch eher hoch liegt. «Für Familien mit Kindern ist das nichts. Der Weg bedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Aber für normale Wanderer ist er eigentlich gut machbar», versichert Kuhlen. Das Schwierige daran seien die beiden Leitern, die vor und nach der Brücke zum Wanderweg hinaufführen. «Aber man kann in den Hütten Sicherheitsausrüstung mieten.»

Gelder aus dem Freiamt

Die Brücke wurde vom Verein Salbitbrücke geplant und erbaut, dessen Mitglied auch der SAC Lindenberg ist. «Zusammen mit dem SAC Uto in Zürich, dem die Voralphütte gehört, haben wir das Geld für die Brücke zusammengebracht», sagt Kuhlen. Insgesamt hat das Projekt, das im Vorjahr erbaut und am 19. Juni 2010 offiziell eröffnet werden konnte, 280000 Franken gekostet.

Die Investition habe sich aber mehr als gelohnt, finden die Mitglieder des SAC Lindenberg, vor allem aber auch Hüttenwart Hans Berger. Der Rundweg über den Urner Alpenkranz ist laut Francis Kuhlen «eine der spektakulärsten Alpenrouten in der Schweiz überhaupt». Umso stolzer sind die Freiämter auf «ihre» Brücke. Viele der 750 Mitglieder des SAC Lindenberg haben bereits diesen Sommer den Rundweg unter die Füsse genommen.

Infos zur Brücke, zur Hütte und zu den Wanderrouten unter www.salbit.ch