Jonen
Spaziergänger wissen nun, wie aufwendig die Pflege des heimischen Waldes ist

Anwohner aus Oberlunkhofen, Jonen und Arni spazierten gemeinsam durch den 157 Hektaren grossen Jonerwald. Man erfuhr Dinge, die man bisher nicht wusste: Etwa, dass ein Teil des Waldes auf Zürcher Boden liegt.

Bianca Costa
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Besucher überqueren den Jonerbach auf einem Baumstamm. BC

Besucher überqueren den Jonerbach auf einem Baumstamm. BC

Sie erschienen zahlreich – die Anwohner der drei Gemeinden – um sich beim Waldumgang mit Urs Huber vom Forstbetrieb Kelleramt an vier verschiedenen Posten zu informieren. Beim ersten Posten sprach Huber über den Erholungswald. Der Jonerwald umfasse 157 Hektaren und zeichne sich vor allem durch den Jonerbach aus, der sich durch den Wald schlängelt. Speziell sei zudem, dass neun Hektaren des Waldes auf Zürcher Boden liegen.

Huber betonte, dass ein solch schöner Wald mit viel Arbeit verbunden sei. Holzschlag, Weg- und Strauchpflege sowie die Bewirtschaftung des Jonerbachs würde in die Zuständigkeit des Forstbetriebs Kelleramt fallen. «Unseren heutigen Wald verdanken wir der Arbeit, die vor mehr als zehn Jahren geleistet wurde. Im Wald herrschen sehr lange Zeiträume. Das, was wir jetzt für unseren Wald tun, kommt unseren Nachfahren zugute», sagte Huber.

Nach einem kurzen Fussmarsch traf die Gruppe beim zweiten Posten ein. Hier erhielten die Besucher von Theo Kern, Geschäftsführer des Aargauischen Waldwirtschaftsverbands (AWV) Informationen über den Waldkompass – einer Informationskampagne des AWV. Der Waldkompass bietet online oder als App Waldtouren, Waldkarten sowie Information über das vielfältige Angebotsspektrum der Aargauer Waldeigentümer.

Weiter ging es über den Jonerbach. Konzentriert überquerten die Besucher die nur aus einem Baumstamm und Geländer bestehende Brücke. Beim Posten drei warteten Mitglieder der Jagdgesellschaft Jonental, die über die im Jonental heimischen Baummarder berichteten. Baummarder leben in den Bäumen und kommen den Menschen praktisch nie zu Augen; sie sind nachtaktiv und menschenscheu.

Besser bekannt ist der Steinmarder, der sich gerne dort aufhält, wo das Volk ist. «Nicht immer zu unserer Freude. Steinmarder knabbern gerne an unseren Autokabeln oder vergreifen sich am Zwetschgenbaum», sagte Max Nötzli, Obmann Jagdgesellschaft Jonental. Nach knapp eineinhalb Stunden stand der Höhepunkt des Rundgangs bevor.

Beim letzten Posten sahen die Besucher wie die Vollernte funktioniert. Das wollten sich die Kinder, die zuvor betreut wurden, nicht entgehen lassen. Langsam rollte die riesige John Deere Maschine heran, fuhr ihren zehn Meter langen Greifarm aus und fällte, entastete und zertrennte innert Minuten einen ganzen Baum. 15 Tonnen wiegt die Maschine; Kostenpunkt rund eine halbe Million Franken.

Pius Wiss, Geschäftsführer der Pius Wiss AG, erklärte, wie mit der Maschine gearbeitet wird. «Fast eineinhalb Jahre braucht ein Forstwart, bis er die Maschine bedienen kann. Bis dahin muss er etwa 100'000 Bäume fällen», erzählte er. Die Vorführung versetzte ins Staunen.

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