Dies zeigte sich schon bei der Kopfbedeckung: Statt Bauhelme trugen die insgesamt elf Vertreterinnen und Vertreter von Kanton, Gemeinderat, Bauherrschaft, Sponsoren, Architekten, Museumsgestaltern und Baufirmen nämlich Strohhüte.

Islers Kindheits-Haus

«Das gefällt mir, es ist ein Zeichen für die Metamorphose, die Umgestaltung und Verwandlung, die mit den Projekt Strohmuseum im Park vor sich geht», führte er aus. Einerseits werde sich der Charakter des Museums ändern, «die Art und Weise, wie wir Besuchern die Geschichte der Strohindustrie näher bringen.» Andererseits verändere sich auch das Haus selber, «es wird vom früheren Wohnhaus meiner Familie zum öffentlich zugänglichen Museum», sagte Isler.

Jacques Isler hatte als Kind selber im Haus gelebt - sein Vater Rudolf Isler, der letzte Besitzer der einstigen Fabrikantenvilla, konnte aus gesundheitlichen Gründen am Spatenstich nicht dabei sein. «Das stimmt mich etwas traurig», sagte Jacques Isler, um gleich darauf seiner Freude über die Zukunft des Strohmuseums in der Villa Isler Ausdruck zu verleihen.

Dubler sammelte 3,2 Mio. Franken

«Es gilt hier besonders Walter Dubler zu erwähnen», lobte er den Wohler Gemeindeammann. Dieser habe gemäss Jacques Isler «weitgehend als ‹Solokünstler› dafür gesorgt, dass rund 3,2 Millionen Franken von Stiftungen, Sponsoren und anderen Gönnern zusammengekommen sind», sagte Isler. So wird «das umfang- reichste und teuerste Projekt der Ortsbürger», wie es Gemeinderat Ruedi Donat bezeichnete, finanziell tragbar. Von den Gesamtkosten in Höhe von gut 4,5 Mio. Franken verbleiben den Ortsbürgern lediglich 1,3 Mio. Franken. Als Startpunkt für das Projekt nannte er das Jahr 1997, als Rudolf Isler und der Gemeinderat eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Villa der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wenn sie nicht mehr von der Familie Isler bewohnt werde.

2007 genehmigten die Ortsbürger 2,9 Mio. Franken für den Kauf der Villa, 2009 den Projektierungskredit von 277 000 Franken, im vergangenen August den Baukredit von 4,573 Mio. Franken. Dass davon 3,2 Mio. Franken von Dritten getragen werden, zeigt laut Donat, «wie wertvoll dieses Kulturgut für Wohlen, unsere Region, ja für die ganze Schweiz ist.»

Architektin lobt Unterstützung

Architektin Vanessa Hull, die mit ihrer Kollegin Silvia Radlinsky die Verantwortung für den Umbau trägt, sagte: «Heute beginnt ein neues Kapitel in der Baugeschichte dieses Hauses.» Nun würden die Handwerker an der 1860 erbauten Villa jene Ideen umsetzen, «die wir geplant, gezeichnet und entworfen haben», sagte sie. Radlinsky ergänzte, es sei «toll zu spüren, dass dieses Projekt von vielen Leuten mitgetragen werde.» Wenn alles nach Plan läuft, kann das Strohmuseum im Park im Frühling 2013 eröffnet werden.