Boswil
Spatenstich für das neue Foyer der Alten Kirche Boswil

Nach 250 Jahren ist die Ergänzung für die Alte Kirche der erste Neubau auf dem Kirchenhügel. Nicht nur für das Künstlerhaus Boswil, das gleich neben der alten Kirche liegt, war das also ein historischer Moment.

Eddy Schambron
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Hier kommt das neue Foyer hin: Michael Schneider, Geschäftsführer Künstlerhaus, Gian Salis, Architekt, Peter Wipf, Präsident Künstlerhaus, und Othmar Huber, Präsident Baukommission (von links), beim Spatenstich.

Hier kommt das neue Foyer hin: Michael Schneider, Geschäftsführer Künstlerhaus, Gian Salis, Architekt, Peter Wipf, Präsident Künstlerhaus, und Othmar Huber, Präsident Baukommission (von links), beim Spatenstich.

Eddy Schambron

Der Spatenstich für das neue Foyer der Alten Kirche Boswil war ein durchaus historischer Moment für das Künstlerhaus Boswil, wie sich Geschäftsführer Michael Schneider ausdrückte: Seit 250 Jahren wurde auf dem Kirchenhügel kein neues Gebäude mehr gebaut. Für Peter Wipf, Präsident des Künstlerhauses Boswil, geht «eine Vision in Erfüllung» und für Thomas Pauli, Leiter Abteilung Kultur im Departement Bildung, Kultur und Sport, ist das Bauvorhaben ein Zeichen dafür, dass sich die Institution weiterentwickeln kann.
«Der Erfolg verpflichtet, nicht nur dazu, die hohe Qualität des musikalischen Angebots weiter zu pflegen, sondern auch eine zeitgemässe Infrastruktur zu bieten», sagte Wipf, der sich seit 20 Jahren für das Künstlerhaus Boswil engagiert und das Projekt für ein neues Foyer an der Alten Kirche von Anfang an begleitet. Er dankte allen, die mit ihrem Engagement und ihrem Geld zum Projekt beitragen und nicht zuletzt für die grosse Verbundenheit, mit der die Bevölkerung dem Künstlerhaus begegnet.
Drei gute Gründe
Für Pauli gibt es drei gute Gründe für den Kanton, für das Projekt des Künstlerhauses drei Millionen Franken aus dem Lotteriefonds locker zu machen. Ein Grund sei, die Qualitäten an diesem Ort, «ein kultureller Kraftort», zu unterstützen. Hier würden nicht nur Konzerte auf höchstem Niveau geboten, sondern auch Weiterbildung betrieben und die Jugend gefördert. Zweitens sei die Alte Kirche eine der herausragenden Kulturinstitutionen im Aargau und erhalte als kantonaler Leuchtturm seit 2011 jährliche Betriebsbeiträge. Und drittens helfe das Projekt, die Zukunft der Institution zu sichern.
Von einer guten Ausgangslage konnte Geschäftsführer Michael Schneider berichten: «Knapp 70 Prozent der veranschlagten Kosten von 8,9 Mio. Franken haben wir beisammen». Drei Millionen kommen allein vom Kanton, Stiftungen haben namhafte Beträge gesprochen und die Ortsbürgergemeinde Boswil 750 000 Franken zugesichert. «Auch erhalten wir grosszügige Unterstützung von Privaten und Mäzenen.»
Fuss der Kirche
Das neue Foyer ordnet sich der Alten Kirche unter, «es ist wie ein Fuss der Kirche, der den Kontakt zum Boden sucht». So schilderte Architekt Gian Salis, Zürich, sein Projekt. Vorne überspannt eine Kunststeinbank die Ruine, welche 1934 freigelegt wurde und neu in die Umgebung eingebettet wird. Das Dach des Foyer ist eine optisch filigrane Konstruktion, die auch hohen akustischen Ansprüchen genügen soll. Der neue, lichtdurchflutete Raum dient einerseits als Eintrittszone in die Alte Kirche, andererseits als gemütlicher Begegnungsort vor und nach Konzerten. Im Innern der Alten Kirche kommt es ebenfalls zu gewissen Veränderungen: der bestehende Windfang aus Glas wird zurückgebaut, dafür erhält die Empore eine zweite Treppe.