Muri
SP Muri will mit einer Frau in den Gemeinderat

Das ist eine ernst zunehmende Konkurrenz für die bürgerlichen Kandidaten Urs Wüthrich (CVP) und Benjamin Brander (SVP): Die SP Muri schickt Christine Brun in die Gemeinderatsersatzwahl.

Eddy Schambron
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Christine Brun ist seit 2012 im Gemeinderat.

Christine Brun ist seit 2012 im Gemeinderat.

Zwar läuft die Anmeldefrist erst am 4. Mai ab, aber mit der Nomination von Christine Brun durch die SP Muri dürfte der Kandidatenreigen komplett sein. Mit der gebürtigen Boswilerin habe die SP eine Wunschkandidatin gefunden, die auch im bürgerlichen Lager gute Wahlchancen habe, hält Nicole Laubacher, Co-Präsidentin der Partei, fest. Glücklich zeigt sie sich, dass eine Frau ins Rennen geschickt werden kann: «Betrachtet man den Gemeinderat heute, sind die Frauen klar untervertreten.»

Engagiert für Frauen

Christine Brun ist am 21. Oktober 1969 in Boswil geboren und mit zwei Schwestern in einer Kleinunternehmerfamilie aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau wechselte sie ins Marketing, wo sie unter anderem für Nestlé in Vevey und für Lego in Zug arbeitete. Nach einem Auslandaufenthalt bildete sie sich am Institut für angewandte Psychologie (IAP) in Basel zur Personalfachfrau weiter und später zum Coach und Teamcoach. In dieser Funktion führt sie heute in einem Teilzeitpensum operativ die Fach-stelle Coaching Frau und Arbeit beim «eff-zett», dem Beratungszentrum der Frauenzentrale Zug. Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern (8 und 11) lebt die Familie nun seit neun Jahren in Muri.

Die geringe politische Erfahrung von Christine Brun werde durch ihr jahrelanges berufliches, soziales und gesellschaftliches Engagement mehr als wettgemacht, hält die SP Muri in einer Mitteilung fest. Ihre berufliche Tätigkeit basiere genau auf dem, was auch eine gute Gemeinderätin ausmache: strategisches Denken, konstruktives Handeln und kompetente Gesprächsführung.

«Mit einer gewissen Distanz»

Christine Brun, die sich letztmals bei der Einführung der Blockzeiten in Muri politisch engagiert hat, hält fest, es sei ein Vorteil, dass sie lange Zeit ausserhalb des Freiamts gelebt und gearbeitet habe. «Ich sehe die Dinge auch mit einer gewissen Distanz.» Sie lebe gerne in Muri und würde sich ebenso gerne «für diese Gemeinde mit ihrem grossen Potenzial» einsetzen. Als Mutter zweier schulpflichtiger Kinder liege ihr die Schule ohnehin am Herzen. Es sei überdies dringend notwendig, das starke Wachstum der Gemeinde
«sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu steuern – in der Raumplanung ebenso wie im Verkehr».

Die Gemeinderatsersatzwahl am 17. Juni ist notwendig, weil Ueli Frey (CVP) berufsbedingt aus der Behörde demissioniert hat. Seit dem Ausscheiden von Heidi Schmid Ende 2005 ist die SP nicht mehr im Gemeinderat Muri vertreten.

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