Wohlen
SP ist gegen geplante Einzonung im Gebiet «Bahnhof Süd»

Die Sozialdemokraten wollen keine neuen Wohnzonen und stehen auch Einzonungen im Gebiet Niedermatten kritisch gegenüber. Zudem fordern sie mehr Zonen für öffentliche Bauten, insbesondere Schulhäuser.

Fabian Hägler
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Die SP will keine Einzonung im Gebiet «Bahnhof Süd.» Ama

Die SP will keine Einzonung im Gebiet «Bahnhof Süd.» Ama

In zwei Schritten will die Gemeinde Wohlen insgesamt rund 30 Hektaren Land einzonen. Für die SP Aargau ist dies unnötig: «Die Notwendigkeit, noch mehr Wohnzonen zu schaffen, ist nicht gegeben. Die Gemeinde verfügt über grosse Reserven innerhalb der bestehenden Bauzonen», schreibt die Partei in einer Mitteilung zur vorgesehenen Richtplanänderung.

Die längerfristig geplante Einzonung und Entwicklung des Areals Bahnhof Süd ist aus SP-Sicht «derzeit nicht anzustreben». Zwar würden die Qualitäten des Gebiets, insbesondere die Nähe zum öffentlichen Verkehr, eine Einzonung nahelegen. «Die Einzonung dieser grossen Fläche muss aber regional betrachtet werden», hält die SP fest. Die Entwicklung des Gebiets würde den Druck auf die
Infrastruktur (Schulräume, Freizeitanlagen etc.) der Gemeinde Wohlen aus ihrer Sicht massiv erhöhen.

Eine umfassende Beurteilung der Folgen sei in diesem Fall zwingend vorgängig erforderlich und auf die Verträglichkeit mit den Ressourcen der Gemeinde Wohlen zu überprüfen. «Das Vorgehen mit einer separaten Vorlage an den Einwohnerrat Wohlen ist der richtige Weg», halten die Sozialdemokraten fest.

Ja zu kleinen Einzonungen

Die diversen Arrondierungen und Korrekturen der Bauzonen und die Einzonung des Areals zwischen der Bahnlinie und der unteren Farnbühlstrasse sind für die SP sinnvoll und «schliessen Lücken resp. erschliessen ideal gelegenes Bauland».

Auf die Erweiterungen der Bauzonen in Richtung Waldrand in den
Gebieten Höhenweg, Luegisland und Anglikerberg wurde verzichtet. Einzig das Gebiet Lochmatte wurde entgegen der Haltung der SP Aargau zur Einzonung vorgeschlagen. «Die in den 70er Jahren getätigten Investitionen in die Erschliessung des Bau-
gebiets und die Belegung mit einer Gestaltungsplanpflicht lassen die Einzonung aber als sinnvoll erscheinen», räumt die SP ein.

Gewerbezonen werden begrüsst

Das schlechte Verhältnis zwischen Wohnbevölkerung und Arbeitsplätzen ist der Entwicklung von Wohlen laut der SP nicht zuträglich. «Angestrebt werden müssen qualitative
Arbeitsplätze mit möglichst geringem Landbedarf», schreibt die Partei. Eine Einzonung von Gewerbeland wird von der SP begrüsst. Das ein-
zuzonende Gebiet an der Angliker-strasse und die Belegung mit einer Gestaltungsplanpflicht erachtet sie als richtig für die qualitative Entwicklung. Ebenso unterstützt die SP Aargau die weiteren Einzonungsbegehren für Gewerbeland.

Die Aussiedlung der Firma Notter aus dem Wohngebiet ins Gebiet Seewadel ist für die SP «aufgrund städtebaulicher Überlegungen absolut richtig». Der massive Verlust von Landwirtschaftsland sei aber kritisch zu hinterfragen. Die SP will den Antrag nur gutheissen, wenn die eingezonte Fläche innert nützlicher Frist entsprechend genutzt werden kann. «Ansonsten muss eine Rückführung in die Landwirtschaftszone angestrebt werden», fordert die Partei.

Die Umzonung der Kindergärten von der Zone für öffentliche Bauten in Wohnzonen und Gewerbezonen ist für die SP mit Blick auf die Sicherung der Schulanlagen falsch. Weil zusätzliche Schulräume benötigt werden, wären in Wohlen aus SP-Sicht mehr Einzonungen in die Zone für öffentliche Bauten zu begrüssen.

Niedermatten: Keine Euphorie

Die grossen Erweiterungen in den Niedermatten betrachtet die SP differenziert. Der Umzonung zugunsten eines Festplatzes, der möglichen
Erweiterung der Sportanlage und gleichzeitigen Aufhebung des Festplatzes beim Schützenhaus kann aus SP-Sicht entsprochen werden. Die Erweiterungen seien sinnvoll und am richtigen Ort angesiedelt.

Der Erweiterung der Fussballplätze steht die Partei hingegen eher kritisch gegenüber. Der Bedarf sei laut FC ausgewiesen, für die bisherigen Plätze würden sich andere Nutzungsmöglichkeiten ergeben. Die Anordnung bei der bestehenden Anlage ist nachvollziehbar. Die SP stimmt diesem Begehren ohne Euphorie zu.

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