Zuerst kritisierte die lokale SP den Fasnachtsspruch von Stadtammann Raymond Tellenbach, man könnte Asylbewerber im Hallenbad einmauern und damit gleich zwei Probleme lösen. Nun meldet sich auch SP-Bezirkspräsident und Grossrat Thomas Leitch zu Wort: «Ich finde dies äusserst bedenklich», hält er zur Schnitzelbank fest.

Er fragt: «Was kommt als nächstes?» Leitch fühlt sich an einen Skandal von 1998 erinnert. Damals sagte Freiheitspartei-Nationalrat Michael Dreher, «man sollte Linke und Grüne an die Wand nageln und mit dem Flammenwerfer drüber».

«Solche Aussagen werden salonfähig»

Nach diesem Spruch ging ein Aufschrei durch die Schweiz. «Aber immerhin kam Herr Dreher von der äussersten rechten Ecke und dort blieb er auch ziemlich allein», betont Leitch. Er befürchtet, dies könnte bei Tellenbachs Schnitzelbank anders sein. «Wenn ein Stadtammann solche Sprüche von sich gibt, haben viele Leute das Gefühl, dies dürfe man ohne weiteres sagen.»

Dadurch würden solche Aussagen sehr bald salonfähig, warnt Leitch. Der SP-Politiker ergänzt: «Herr Tellenbach ist ja nicht irgendwer, sondern Stadtammann von Bremgarten und notabene Mitglied der FDP, die mit solchen Sprüchen sicher nichts am Hut hat.»

Leitch ergänzt: «Als mir jemand vor ein paar Tagen sagte, Herr Tellenbach habe die Strophe vom Einmauern gedichtet, konnte ich das nicht glauben und erwiderte, dass er dies sicher nicht geschrieben habe.» Nun, da feststehe, dass der Spruch vom Ammann stamme, «bekommt die Geschichte für mich eine ganz andere Dimension», schliesst Leitch.