Fairness

SP-Fraktionspräsident fordert: Gemeinde Wohlen soll Charta der Lohngleichheit unterschreiben

Die Gemeinde Wohlen müsste regelmässig prüfen, ob Lohngleichheit herrscht, wenn die Charta unterschrieben würde. (Symbolbild)

Die Gemeinde Wohlen müsste regelmässig prüfen, ob Lohngleichheit herrscht, wenn die Charta unterschrieben würde. (Symbolbild)

Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter leisten genau gleich viel, und trotzdem wird der Mann besser für die Arbeit bezahlt als die Frau. Solche offensichtliche Ungerechtigkeiten kommen in der Schweiz noch immer vor. Gemäss dem Bundesamt für Statistik betrug 2016 der unerklärbare Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 7,7 Prozent. Im privatwirtschaftlichen Sektor ist er mit 8,1 Prozent etwas höher als im öffentlichen. Dort beträgt er 5,9 Prozent.

Bis heute haben der Bund, 16 Kantone und 77 Gemeinden ein Zeichen gesetzt, indem sie die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor unterschrieben haben und damit bekräftigen, den verfassungsmässigen Grundsatz des gleichen Lohns für gleichwertige Arbeit umzusetzen. Neben dem Kanton haben im Aargau die Gemeinden Baden, Zofingen und Aarau ein solches Dokument unterschrieben.

Gemeinde Wohlen soll als Vorbild vorausgehen

Für Alex Stirnemann, SP-Fraktionspräsident im Einwohnerrat Wohlen, steht fest, dass seine Gemeinde auch dieses Zeichen setzen soll. In einer Motion fordert die SP, dass der Gemeinderat beauftragt wird, die Charta zu unterzeichnen und die Grundsätze in der Verwaltung und den gemeindeeigenen Betrieben umzusetzen. Wohlen solle damit seine Vorbildfunktion erfüllen. Falls die Gemeinde der Forderung der SP nachkommt, würde sich die Gemeinde verpflichten ihre Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren und regelmässig zu überprüfen, ob das Prinzip der Lohngleichheit eingehalten wird. Zudem müsste die Gemeinde über ihr Engagement informieren, insbesondere an einem Monitoring teilnehmen.

Ein grosser Mehraufwand für Wohlen? Die SP beschwichtigt in der Motion gleich selber: «Da die Charta keine verbindliche Rechtswirkung und keine Fristen beinhaltet, kann bei deren Umsetzung stufenweise und im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten vorgegangen werden.»

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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