Stefan Dietrich hat aus den Online-Medien von der Razzia im Kulturzentrum Bremgarten am Dienstagmorgen erfahren. „Offenbar wurde eine gesuchte Person in einer Privatwohnung verhaftet – ob ein Zusammenhang mit dem Kuzeb besteht, kann ich derzeit nicht beurteilen", sagt der Präsident der SP Bremgarten. Dietrich war selber schon bei einer Begehung im Kulturzentrum dabei, wo regelmässig Konzerte und andere Anlässe stattfinden.  

"In den letzten Jahren gab es nie Probleme mit dem Kuzeb, mir sind keine Polizeieinsätze und auch keine Reklamationen aus der Nachbarschaft bekannt", betont Dietrich. Erst kürzlich habe sich CVP-Mitglied Dora Weissenbach, die gleich neben dem Kuzeb wohnt, positiv über das Kulturzentrum und dessen Betreiber geäussert. 

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten festgenommen

Nach G20-Krawallen: Mann in Bremgarten festgenommen

Knapp elf Monate nach den G-20-Krawallen ist im Kanton Aargau ein 27-jähriger Schweizer festgenommen worden. Bei der Razzia wurden gemäss Kantonspolizei Aargau die Wohnung des Verdächtigen sowie das Kulturzentrum in Bremgarten durchsucht. (27.5.2018)

"Ich finde es grundsätzlich falsch, das Kuzeb und den Betreiberverein in Sippenhaft zu nehmen, nur weil allenfalls ein Verdächtiger dort verkehrte", macht Dietrich klar. Er ruft zu mehr Gelassenheit auf: "Lassen wir die Polizei und die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit tun, dann wird sich am Schluss herausstellen, was an den Vorwürfen dran ist."

"Kuzeb ist kein Schandfleck"

Er habe Vertrauen in die zuständigen Behörden, sagt Dietrich, "das ist bei Andreas Glarner offenbar anders". Der SVP-Nationalrat hatte am Dienstag kritisiert, aus seiner Sicht hätte man in Bremgarten früher eingreifen sollen. Zugleich distanziert sich der städtische SP-Präsident von G20-Gewalttätern. "Der Rechtsstaat funktioniert, wenn der Verdächtige tatsächlich Gewalt angewendet hat in Hamburg, dann wird er dafür angeklagt, verurteilt und bestraft – und das ist auch richtig so“, sagt Dietrich. 

Aus seiner Sicht brauche es Freiräume für Menschen, die eine andere Lebensweise anstreben – "und das sehen viele Bremgarter ähnlich", führt Stefan Dietrich aus. Dass die Bevölkerung das Kuzeb als Schandfleck sehe, wie das gewisse Politiker behaupten, stimme aus seiner Sicht nicht. Zu den Kaufabsichten von Andreas Glarner sagt Dietrich: „Es steht jeder Person offen, eine Liegenschaft zu kaufen – ob Herr Glarner mit seiner Absicht auch Erfolg haben wird, lässt sich heute kaum abschätzen.“