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Soziale Dienste: KESD fällt wichtigen Vorentscheid

Der KESD will seriös prüfen, ob eine Übernahme der bisher vom Jugendfürsorgeverein erbrachten Dienstleistungen möglich ist. Der definitive Entscheid soll am 23. September fallen.

Toni Widmer
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KESD-Geschäftsführer Ignaz Heim, Vorstandsmitglieder Bruno Breitschmid (Präsident), Bernadette Suter, Rosmarie Groux, Patrick Cimma (von links). Toni Widmer

KESD-Geschäftsführer Ignaz Heim, Vorstandsmitglieder Bruno Breitschmid (Präsident), Bernadette Suter, Rosmarie Groux, Patrick Cimma (von links). Toni Widmer

Toni Widmer

Der Vorstand des Kindes- und Erwachsenenschutzdienstes im Bezirk Bremgarten (KESD) kann abklären, ob und unter welchen Voraussetzungen, die Übernahme sozialer Dienstleistungen vom Verein für Jugendfürsorge (VJF) möglich ist. Die Abgeordneten haben an einer Versammlung in Villmergen dazu grundsätzlich grünes Licht erteilt.

Der VJF ist in finanzielle Schieflage geraten und soll liquidiert werden. Damit kein Vakuum bei der Jugend- und Familienberatung und -betreuung entsteht, soll der KESD das Dienstleistungsangebot sowie allenfalls auch die verbleibenden VJF-Mitarbeitenden übernehmen.

Es geht nicht um eine Fusion

Wie schon an der VJF-Versammlung vor einer Woche wurde auch an der Tagung der KESD-Abgeordneten hervorgehoben, dass es bei der angestrebten Lösung nicht um eine Fusion geht. «Seine finanziellen Angelegenheit muss der Jugendfürsorgeverein selber regeln, wir können und werden für seine Verbindlichkeiten nicht gerade stehen», betonte Bruno Breitschmid, der Präsident des Gemeindeverbandes.

Dennoch war der Vorentscheid heftig umstritten. Zumindest bei den Vertreterinnen und Vertretern der Kellerämter Gemeinden Arni, Islisberg und Oberlunkhofen sowie der Mutscheller Gemeinde Oberwil-Lieli.

Sie hatten ihre Bedenken schon vor der Versammlung angemeldet und die Absetzung des Themas von der Traktandenliste gefordert: «Uns fehlt die Basis für einen solchen Grundsatzentscheid.

Wir brauchen vertiefte Informationen, wie eine solche Integration ablaufen soll. Als sehr wichtig erachten wir vor allem eine Risikoanalyse», sagte der Arner Grossrat und Gemeinderat Rene Bodmer. Weiter hielt er fest, dass für ein solches Vorhaben die Änderung der Verbandssatzungen nötig sei und eine solche nur einstimmig mit Gemeindeversammlungsbeschluss aller involvierten Gemeinden erfolgen könne.

Grundlagen erst erarbeiten

Bruno Breitschmid hielt dem entgegen, dass es genau darum gehe, eine seriöse Entscheidungsbasis zu schaffen: «Der Vorstand will von der Versammlung keinen definitiven Entscheid. Er will lediglich wissen, ob er in diese Richtung weitere Abklärungen treffen kann. Wenn die Versammlung damit einverstanden ist, werden die beauftragten Arbeitsgruppen die nötigen Grundlagen erarbeiten und im Herbst exakte Zahlen und Fakten vorlegen. Das erachte ich als ein sauberes und transparentes Vorgehen.»

Der Präsident erhielt breite Unterstützung aus der Versammlung. Doch auch damit konnten die Bedenken aus dem Kelleramt nicht zerstreut werden: «Für uns passt das nicht mehr», erklärte Rene Bodmer und stellte in Aussicht, dass Arni sich einen Austritt aus dem Gemeindeverband überlegen werde.

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