Das Preisgeld von 500 Franken mag vielleicht bescheiden anmuten, aber in den Händen von Maya Zihlmann, Anne Oettli und Silvia Gygli wird es eine Wirkung entfalten, die weit über den Nominalwert hinausreicht. «Wir werden mit dem Geld Schwimmkurse für unsere Asylsuchenden bezahlen», verriet eine strahlende Silvia Gygli nach der Preisübergabe am Dienstagabend.

Die Kulturbeiz im Wohler Chappelehof war bis auf den letzten Platz besetzt. Einigen Besuchern des kleinen Festes blieb im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Standing Ovation, als Grossrat Thomas Leitch seine Laudatio gehalten und zusammen mit Wohlens Gemeindeammann, Arsène Perroud, und Sandro Covo vom Vorstand der SP Bezirkspartei Bremgarten den schweren Preis an die drei engagierten Frauen überreicht hatte.

Genau für dieses ihr Engagement erhielten sie nämlich hundert Fünfliber, die symbolisch in ein Reisebündel verpackt waren. Passender geht nicht. Sind es doch Menschen auf der Flucht, die oft mit nicht viel mehr als einem Reisebündel in der Schweiz ankommen, um hier Asyl zu beantragen.

Sie scheuen das Rampenlicht

Als im März 2016 die kantonale Asylunterkunft im ehemaligen Restaurant Salmen in Wohlen eröffnet wurde, dauerte es nicht lange und die drei Frauen boten ihre Unterstützung an. Sie unterrichteten Deutsch, hüteten die Kinder, kochten und bastelten mit den Bewohnern des Heims und ermöglichten vielen von ihnen auf diese Weise einen ersten Schritt in Richtung Integration.

Die SP Bezirk Bremgarten erkannte im Wirken des unermüdlichen Trios «ein nachhaltiges Engagement in der Flüchtlingsbetreuung», welches Würdigung und Lob verdiene, so Leitch in seiner Laudatio. Viele Bewohner aus dem Salmen bestätigten diese Worte mit ihrem langen und herzlichen Applaus, derweil sich die Geehrten möglichst schnell wieder unter ihre Schützlinge und Freunde begaben, um dem Rampenlicht zu entkommen. Denn ihre Arbeit tun sie nicht, um Ehrungen einzuheimsen, sondern um einfach für andere Menschen da zu sein.