Strassenbau

Sorgen um Verkehrsüberlastung: Der Bibenlos-Knoten soll eine höhere Priorität erhalten

Zu Stosszeiten fahren hier mehr als 25 000 Fahrzeuge über die Kreuzung.

Das fordert der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt. Er macht sich Sorgen um den ständig wachsenden Verkehr und eine höhere Belastung durch Fluglärm.

«Verschiedenes» ist in aller Regel das letzte Traktandum einer Versammlung. Der gemeine Journalist hat bei diesem Traktandum seine Bilder bereits im Kasten und den Notizblock mit den offiziellen Geschäften reichlich gefüllt.

Manchmal passiert es aber, dass genau unter «Verschiedenem» noch ein Thema auftaucht, das alle vorangegangenen an Brisanz übertrifft. An der Vorstandssitzung des Regionalplanungsverbandes Mutschellen-Reusstal-Kelleramt, am Mittwochabend, ist genau das passiert.

Der Kanton hat es mit dem Bibenlosknoten nicht eilig

Auslöser war die Bemerkung von Zufikons Gemeindeammann, Christian Baumann, dass er im August an einer Sitzung mit den Zuständigen für kantonale Strassenbauprojekte erfahren habe, dass man bei der Lösung des Verkehrsproblems «Knoten Bibenlos» in Bremgarten einen Schritt weiter gekommen sei.

«Der Kanton hatte ja ursprünglich zehn Varianten für die Kreuzung Bibenlos vorgelegt», so Baumann, «da hatte ich schon gesagt, sie sollen nicht mit so vielen Vorschlägen an die Gemeinden gelangen, sondern die besten auswählen. An der Sitzung waren es dann noch vier.»

Kernstück der Lösung ist der Bau eines grossen Kreisels, da, wo heute zwei Lichtsignalanlagen hintereinander den Verkehr in die Richtungen Bremgarten, Eggenwil, Wohlen und Mutschellen regeln. Zwei Spuren sollen nach Bremgarten hinein und zwei aus der Stadt hinaus führen. «Die Planer sind zuversichtlich, dass dieses Projekt das Rückstauproblem an der Kreuzung Bibenlos lösen wird», berichtete Baumann. «Als ich aber hörte, dass sie mit einer Realisierung nicht vor 2025 rechneten, da habe ich mein Veto eingelegt.»

Der wachsende Verkehr wirkt sich weiter aus

Die Kreuzung Bibenlos ist die am zweitstärksten befahrene Kreuzung des ganzen Kantons. Der ständig wachsende Verkehr wirkt sich auch auf die umliegenden Gemeinden aus. «Wenn der Kreisel Bibenlos einmal steht und der Verkehr da läuft, ist dafür dann der Pegasuskreisel auf der Umfahrung Bremgarten überlastet», mahnte Baumann.

Und sei dieses Problem behoben, dann werde Wohlen zum nächsten Nadelöhr, wenn der ganze Verkehr von Bremgarten her durch das Dorf und um die Kirche herum fahren müsse.
Leider war gestern weder vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt, noch vom ausführenden Büro SNZ Ingenieure und Planer AG in Zürich jemand für weitere Auskünfte zu erreichen. Die AZ bleibt aber am Projekt und an den dafür Verantwortlichen dran.

Auch der zweite Hinweis unter «Verschiedenem» legte einige Stirnen in Falten: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat Anfang Jahr eine Vernehmlassung lanciert zur Anpassung des kontrollierten Luftraums rund um den Flughafen Zürich. Der freie Luftraum soll von 4500 auf 3500 Fuss, also rund 300 Meter gesenkt werden.

Es ist mit einer höheren Lärmbelastung zu rechnen

Werner Fischer, Gemeindeammann von Künten und begeisterter Ultraleichtflieger, machte die Versammlung darauf aufmerksam, dass eine solche Anpassung des Luftraums zu erhöhten Lärmbelastungen, insbesondere im Reusstal, führen würde.

Grosse Passagierflugzeuge könnten den Flughafen niedriger anfliegen und ebenso niedrig wieder verlassen. Dadurch wären Sportflugzeuge und andere Benutzer des freien Luftraums gezwungen, ebenfalls 300 Meter tiefer über Boden zu fliegen.

«Auf die Vernehmlassung zum Redesign der Luftraumstruktur um den Flughafen Zürich haben die Verbände sofort kritisch reagiert», erklärte Fischer am Mittwochabend, «aber von politischer Seite kam bisher keine Reaktion. Das verwundert mich sehr.» Er hielt seine Amtskollegen dazu an, in ihren Gemeinden zu informieren und aktiv zu werden.

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