Wohlen

Sonnenstromproduzenten können neu eine Batterie mieten, die ihren Strom speichert

Die Solarstromanlage auf dem Dach der Ferrowohlen in Wohlen: Die Industriellen Werke vermieten neu eine Batterie, die Sonnenstrom speichert. (Archiv)

Die Solarstromanlage auf dem Dach der Ferrowohlen in Wohlen: Die Industriellen Werke vermieten neu eine Batterie, die Sonnenstrom speichert. (Archiv)

Die Industriellen Betriebe lancieren ein Pilotprojekt für Betreiber von Photovoltaikanlagen: eine Batterie zum Mieten, die Sonnenstrom speichert.

Wohlen ist auf dem besten Weg zur Solar-City: 83 Photovoltaikanlagen produzieren in der Gemeinde Sonnenstrom. «Pro Einwohnerin und Einwohner sind es in Wohlen 0,45 Kilowatt Photovoltaikleistung installiert. Damit besetzt die grösste Freiämter Gemeinde auch bei der Photovoltaik einen Spitzenplatz», sagt Peter Lehmann, CEO der Industriellen Betriebe (ibw). Aber wie steht es damit, wenn man den Solarstrom speichern will? Denn nachts scheint die Sonne bekanntlich nicht. Die ibw bietet auch dafür eine Lösung an: Eine Batterie, die den Solarstromproduzenten über einen Contractingvertrag ab 59 Franken im Monat vermietet wird.

Zwei Fliegen auf einen Schlag

Mit der Batterie schlagen die ibw und die Solarstromproduzenten zwei Fliegen auf einen Schlag: Auf der einen Seite können die Produzenten ihren Grad der Selbstversorgung selber bestimmen, und die gespeicherte Energie selber verbrauchen oder je nach Bedarf ins Netz abgeben. Und auf der anderen Seite kann die ibw die vorhandenen Speicherkapazitäten zur Stabiliserung ihres Stromnetzes einsetzen. «Das ist eine Win-Win-Situation für uns und für die Kunden», sagt Lehmann denn auch.

Giovanni Romeo, Geschäftsleiter IBW Technik, CEO Peter Lehmann und Energieberater Patrick Gisi.

Giovanni Romeo, Geschäftsleiter IBW Technik, CEO Peter Lehmann und Energieberater Patrick Gisi.

Die Solarstromproduzenten könnten die Batterie natürlich auch selber kaufen, erklärt Lehmann. Aber die Anschaffung sei noch immer kostspielig, auch wenn der Kaufpreis stark zurückgegangen sei. Die Miete habe also aus seiner Sicht Vorteile. Die Zukunft gehöre ohnehin der dezentralen Stromproduktion und Speicherung, teilt Swisssolar, der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie, mit. Eine Alternative zu Batteriespeichern in einzelnen Haushaltungen bilden grössere Batteriespeicher für ganze Überbauungen oder Quartiere. Pilotprojekte werden laut Swisssolar bereits von verschiedenen Schweizer Energieversorgern betrieben. Der Vorteil von grösseren Speichern liegt in den geringeren Kosten pro gespeicherte Energiemenge, im geringeren Materialverbrauch und im einfacheren netzdienlichen Einsatz und Anlagenbetrieb.

Die ibw ist überzeugt, für die Kunden ein attraktives und zukunftsträchtiges Paket schnüren zu können. Der Contractingvertrag mit den Solarstromproduzenten ist auf 15 Jahre, mit der Option auf eine Verlängerung, festgelegt worden.

Solarblume als Werbeträgerin

Noch befindet sich das Angebot der ibw nicht auf der Homepage der Firma. Das werde aber in nächster Zeit passieren, erklärt der Geschäftsführer. Ebenso soll ein Werbeprospekt erstellt und verbreitet werden. Darüber hinaus plant die ibw, als weitherum sichtbaren Werbeträger auf dem Güpf-Strassenkreisel eine Solarblume zu installieren, die Sonnenstrom erzeugen wird. Das Baugesuch bei der Gemeinde läuft noch bis am 20. Juli. Die Solarblume soll am Strom-Apero der ibw eingeweiht werden. «Das Datum für diesen Anlass legen wir dann fest, wenn wir die rechtskräftige Baubewilligung in den Händen haben», sagt Lehmann.

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