Reusstal

Sonnenschirme, Blechtonnen, Grillschalen: Sportfischerverein sammelt an der Reuss 250 kg Abfall

Der Sportfischerverein Bremgarten führte am Samstag wieder seine alljährliche Reussputzete durch.

Schön ist sie, die Reuss. Ihrem Lauf zu folgen, mit oder ohne Hund, auf dem Fahrrad oder hoch zu Ross, in Wander- oder Joggingschuhen, auf der Suche nach Ruhe, der freien Natur oder einem freien Grillplatz, das zieht Jahr für Jahr Tausende von Menschen ins Reusstal. Die meisten von ihnen wissen, was sich gehört. Aber es gibt auch solche, für die Begriffe wie Umweltschutz, Respekt und Verantwortung offensichtliche Fremdwörter sind.

Wegen dieser Leute zieht jeden Frühling ein Trupp von Freiwilligen los, um die Reuss zwischen Jonen und Sulz von allem Zivilisationsmüll zu befreien, der die Ufer und das Wasser belastet.

Reussputzete

Reussputzete

Der Sportfischerverein Bremgarten säubert die Reuss. Nach der Lagebesprechung wird Abfall eingesammelt, am Schluss gibt es zur Belohnung Bier und Grilladen.

Nur der sichtbare Dreck

Die Mitglieder des Sportfischervereins Bremgarten haben es sich zur Aufgabe gemacht, wenigstens den sichtbaren Abfall in und an ihrem Fluss zu entsorgen. «Noch viel schlimmer ist der unsichtbare», betonte Vereinspräsident Patrick Grau am Samstagvormittag, kurz bevor er sich mit Auto und Anhänger auf den Weg machte, um die schwereren Funde seiner Abfallsammler abzuholen. «Rückstände von Medikamenten, Drogen, Schädlingsbekämpfungsmitteln und tonnenweise Mikroplastik gefährden die Fische und alle anderen Lebewesen der Reuss extrem», erklärte Grau weiter, und Vizepräsident Stephan Ineichen hakte nach: «Darum machen wir uns als Verein und im Aargauischen Fischereiverband auch so stark für den Gewässerschutz und die Gewässeraufwertung.»

Ein Einsatz, der den Fischern oft genug mit Nichtbeachtung oder weiteren Einschränkungen ihrer Tätigkeit gedankt werde, so Ineichen. «Dabei sind wir die Einzigen, die für die Gewässernutzung auch noch bezahlen. Kein Hündeler, kein Rösseler, kein Jogger, Böötler, Schwimmer oder Brätler tut das. Aber die dürfen ihren Dreck hier liegen lassen, damit wir ihn aufsammeln.» Was, notabene, reine Freiwilligenarbeit ist. An diesem Samstag waren es 19 Vereinsmitglieder und Freunde der Bremgarter Sportfischer, die auf dem 16 Kilometer langen Reussabschnitt vom Joner Bach bis zum Sulzer Weiher aufräumten.

Abfallberg wird kleiner

Fünf der 19 Abfallsammler waren übrigens Jungfischer. Grau ist stolz darauf, dass aktuell zehn der insgesamt 92 Vereinsmitglieder Jungfischer sind. Der Nachwuchs legte sich auch mächtig ins Zeug. Am Ende der Reussputzete war der Anhänger von Grau gut beladen mit einer Blechtonne, einem Sonnenschirm, inklusive Ständer, einem Bootsboden, Grillschalen und -rosten, diversen Metallteilen sowie jeder Menge Plastikabfall, PET-Flaschen und Aludosen. «Ich schätze, das sind so etwa 250 Kilo Abfall», mutmasste Grau beim abschliessenden Grillplausch vor dem Vereinslokal. «Von daher muss man schon sagen: Es wird besser. Wir haben einmal weit über eine Tonne Abfall gesammelt an einem Tag. Aber seit 2015 wurde es immer etwas weniger.» Vielleicht ein Zeichen dafür, dass auch die Ignoranz der Menschen abnimmt.

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Autor

Christian Breitschmid

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