Jonen

Sonnenkollektoren sollen im Dorfzentrum erlaubt sein – das gefällt nicht allen

Im Dorfzentrum soll es künftig nur noch eine Kernzone geben. Dort sollen – abgesehen von den geschützten Häusern – Photovoltaikanlagen mit einer Baubewilligung erlaubt sein. Melanie Burgener

Im Dorfzentrum soll es künftig nur noch eine Kernzone geben. Dort sollen – abgesehen von den geschützten Häusern – Photovoltaikanlagen mit einer Baubewilligung erlaubt sein. Melanie Burgener

Die neue Bau- und Nutzungsordnung von Jonen soll vor allem die Kernzone neu organisieren.

Jonen ist im Grunde fertig. Das idyllische kleine Dörfchen an der Grenze zum Kanton Zürich zont derzeit kein Land ein. Was es aber tun will, ist, sich im Innern zu erweitern: «Das Stichwort heisst verdichtetes Bauen», sagt Gemeindeammann Jürg Rüttimann.

Zusammen mit seinen Gemeinderatskollegen stellt er heute Abend die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) vor. Dabei könnte vor allem eines zu reden geben: Photovoltaikanlagen mitten im Dorf.

Photovoltaik: Ja, aber ...

«Es gibt immer beide Lager», so der Ammann. «Die einen sind für Sonnenkollektoren und würden sie überall zulassen, die anderen finden, dass sie das Dorfbild stören, wenn sie beispielsweise direkt neben der Kirche auf einem Dach angebracht werden.» Der Gemeinderat hat sich für einen Mittelweg entschieden.

«Wir finden Sonnenkollektoren eine sehr gute Sache. Aber wir verstehen auch, dass heutige Panels mitten im Dorf stören können. Doch es gibt ja bereits moderne Kollektoren, die man von normalen Dachziegeln kaum mehr unterscheiden kann.» Deshalb hat der Gemeinderat in der neuen BNO dafür ein Türchen offengelassen: «Im Dorfzentrum, das wir neu in Kernzone 1 und 2 unterteilt haben, sind Photovoltaikanlagen erlaubt, unterstehen allerdings einer Bewilligungspflicht», nennt er ein Beispiel aus der revidierten BNO. Einzig auf geschützten Gebäuden sollen keine Kollektoren angebracht werden dürfen.

Neben der Unterteilung der Kernzone wurden auch die beiden Wohnzonen überarbeitet. Hier soll es künftig nur noch eine Wohnzone geben. «Abgesehen davon sind lediglich kleinere Arrondierungen aufgrund von Parzellenformen und Bewirtschaftungseignungen geplant», sagt Rüttimann. Zur Qualitätssicherung auf den grösseren Arealen sollen die Gebiete Sonnenrain und Wigass mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt werden. In der Arbeitszone sollen reine Lagerhallen nicht mehr zulässig sein, und es soll für die Minimierung der Versiegelung von Aussenflächen gesorgt werden.

2040: bis 600 Einwohner mehr

Ende 2018 zählte die Gemeinde Jonen 2117 Einwohnerinnen und Einwohner. Bis ins Jahr 2040 rechnet der Kanton mit einer Einwohnerzahl von 2270 – nimmt man die Entwicklung der vergangenen Jahre als Vergleich, so rechnet der Gemeinderat gar mit bis zu 2756 Einwohnern im Jahr 2040. Das ist einer der Gründe, weshalb das Dorf eine überarbeitete BNO benötigt, denn «die Bedürfnisse der Bevölkerung haben sich gewandelt», so der Gemeinderat. Ein weiterer Grund ist, dass der Planungshorizont einer BNO 15 Jahre umfasst, zuletzt wurde sie in Jonen 2002 erneuert. «Es ist an der Zeit», so Jürg Rüttimann.

Um die Anliegen der Jonerinnen und Joner ins Projekt aufzunehmen, seien diese schon ganz früh im Prozess dazu aufgefordert worden, Vorschläge einzubringen. «Das wurde auch genutzt», so der Ammann. «Einige Vorschläge waren aufgrund des übergeordneten Gesetzes nicht möglich, aber viele andere sind in die Revision eingeflossen.»

Mitwirkungsverfahren läuft

Auch im Kulturlandplan soll es einige Änderungen geben. Beispielsweise soll die Materialabbauzone aufgrund der auslaufenden Abbaukonzession aufgehoben werden. Die Weilerzone Litzi dagegen soll erweitert werden. Und beim Landschaftsschutz stellt sich der Gemeinderat das Ziel, trotzdem die landwirtschaftliche Nutzung gewährleisten zu können. «In der Naturschutzzone im Wald werden neue Schutzziele und Pflegemassnahmen sowie Nutzungseinschränkungen eingeführt.» Auch sollen der Gewässerraum festgelegt sowie der Hochwasserschutz gewährleistet werden. Zum Schluss wird die BNO an die Vorlagen des Kantons angepasst, was bedeutet, dass beispielsweise aktualisierte Planungsgrundsätze und neue Begrifflichkeiten angepasst werden.

Bis am 7. März läuft das öffentliche Mitwirkungsverfahren. Die revidierte BNO kann auf der Gemeindekanzlei eingesehen werden. Läuft alles gut, soll 2020 die öffentliche Auflage durchgeführt werden, danach folgt der Gemeindeversammlungsbeschluss und spätestens 2021 die Genehmigung durch den Kanton.

Infoveranstaltung heute Mittwoch, 13. Februar, 20 Uhr, Mehrzwecksaal Schulhaus Säntis, Jonen. Ausserdem werden am 21. Februar (18 bis 20 Uhr) und 2. März (9 bis 12 Uhr) Fragen beantwortet.

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