Muri
Sonderausstellung im Museum zwischen Pflug und Korn zeigt, wie gefährlich Waldarbeit früher war

Die neue Sonderausstellung des Museums zwischen Pflug und Korn zum Thema «Holz und Bauernwald» zeigt, wie gefährlich arbeiten im Wald früher war, aber auch wie erfinderisch die Bauern und Waldarbeiter waren.

Eddy Schambron
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Edy Strebel (vorne) erklärt die verschiedenen Holzerwerkzeuge, im Hintergrund Ueli Ineichen, Präsident des Vereins Museum zwischen Pflug und Korn (links), und Hans Stadelmann, Initiator des Museums.

Edy Strebel (vorne) erklärt die verschiedenen Holzerwerkzeuge, im Hintergrund Ueli Ineichen, Präsident des Vereins Museum zwischen Pflug und Korn (links), und Hans Stadelmann, Initiator des Museums.

Eddy Schambron

Es war früher noch härter als heute, im Wald zu arbeiten. Und viel gefährlicher. Der «Waldteufel» etwa, der zur Bewegung schwerer Stämme oder verkeilter Holzrugel eingesetzt wurde, liess im dümmsten Fall brechende Kettenglieder wie Geschosse durch die Gegend fliegen. Die neue Sonderausstellung des Museums zwischen Pflug und Korn in Muri zeigt aber auch, wie erfinderisch die Bauern und Waldarbeiter waren, wenn es darum ging, die Arbeit zu erleichtern. Die Ausstellung «Holz und Bauernwald», welche die Beziehung zwischen Bauernhof und Wald beleuchtet, dauert vom 8. Mai bis zum
29. Oktober. «Wir konnten bei der Erarbeitung des Themas auf die Unterstützung von Förster Beat Bossert zählen», freut sich Ueli Ineichen, Präsident des Museumsvereins. Aus den Beständen des Forstbetriebs Muri stammen die
15 einheimischen Hölzer als lebende Pflanzen und als informative, gesägte Rugel im Ausstellungsgarten.

Holz war und ist wichtig

Holz als Werk- und Rohstoff und dessen Verwendung seien sehr eng mit Bauernarbeit verbunden, enger als in vielen anderen Branchen der Wirtschaft, führt Ineichen aus. Es wurden nicht nur ganze Gebäude aus Holz errichtet, auch Werkzeuge wie Rechen oder Gabeln sowie Möbel selber hergestellt. Schliesslich wärmte Holz die Bauernstuben. In der von Edy Strebel-Laubacher als neuem Inventarchef des Museums und seinen Helfern zusammengestellten Ausstellung sind alle wichtigen früheren und zum Teil bis heute im Einsatz stehenden Geräte und Werkzeuge zu sehen. Ob erste Kettensäge oder Spalthämmer, fussbetriebene Bandsäge vom Sonneri-Hof Beinwil oder Schleifwerkzeuge – sie alle erzählen von einer aufwendigen und harten Arbeit der Bauern vor allem im Winter. Kehrhaken und Zapi, aber auch der «Waldteufel» sind Zeugen noch heute gebräuchlicher physikalischer Hebelgesetze. Ein Videoclip zeigt die Waldarbeit 1948 von der Pflanzung bis zum Fällen und die Aufbereitung von Brenn- und Nutzholz auf dem Sentenhof.

Dank an Hans Stadelmann

Ohne das Museum wäre diese Ausstellung nicht möglich, und ohne Hans Stadelmann gäbe es das Museum nicht. Der frühere Werkführer des Landwirtschaftsbetriebes der Landwirtschaftlichen Schule Muri hatte im Auftrag der Schulleitung eine erste Sammlung erhaltenswerter Zeitzeugnisse aus der Landwirtschaft angelegt und diese später laufend erweitert. Stadelmanns Wirken sei in zweierlei Hinsicht bemerkenswert, sagt Ineichen: «Erstens ist sein umfangreiches Wissen rund um den Gebrauch antiker Werkzeuge zu erwähnen.

Zweitens verfügt er über einen Riecher für Raritäten, die er unter altem Gerümpel ortet.» Das vielleicht prominenteste Beispiel sei der «Murianer»-Traktor, der sich seit bald einem Jahr in Vereinsbesitz befindet. Der Verein Museum zwischen Pflug und Korn sei Hans Stadelmann, der an der Generalversammlung am 7. Mai aus dem Vorstand zurücktritt, sehr dankbar. Weiter machte Ineichen auf den Bauernhof-Brunch am Muttertag, 8. Mai,
von 10 bis 14 Uhr, mit der «Huusmusig Sentenhof» aufmerksam.

Holzerwettkampf

Vor den Toren des Museums

Am 26. und 27. August organisiert der Freiämter Forstverein den 22. Aargauischen Holzerwettkampf in Muri, und zwar auf dem Areal von Erwin Berger im Dorf. Die Berufsmeisterschaften der Holzhauer wartet auch mit einem Kreativwettbewerb auf, in dem Skulpturen mit Motorsäge gestaltet werden. Nicht ganz zufällig findet der Wettkampf am gleichen Wochenende wie das Dörflerfest statt. «Das ist für uns eine ideale Situation, da der Holzerwettkampf tagsüber erfolgt und das Dörflerfest am Abend Gelegenheit zum Verweilen bietet», sagt Förster Beat Bossert. Optimal findet er zudem, dass der Wettkampfplatz in unmittelbarer Nähe zum Museum zwischen Pflug und Korn mit seiner Sonderausstellung «Holz und Bauernwald» liegt. «Etliche Leute vom Holzerwettkampf werden sicher die Gelegenheit nutzen, diese Ausstellung zu besichtigen», zeigt er sich überzeugt. (es)

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