Viel Spass machte der Sommer ja nicht. Abwechslungsweise änderte das Wetter von bewölkt auf regnerisch oder gar stürmisch. Windböen vermiesten Grillabende, der Regenschirm wurde zum ständigen Begleiter.

«Katastrophale Saison»

Viele Betriebe der Region litten unter dem miesen Wetter. Die Freibäder beklagten grosse Einbussen. «Unsere Badi ist seit 1967 geöffnet», sagte der Wohler Badmeister Stefan Meier, «eine derart katastrophale Saison hatten wir noch nie.» Eine schwierige Zeit machten auch die Gartenwirtschaftsbetriebe. Wo es in vergangenen Jahren oft von Besuchern wimmelte, bleiben die Stühle leer. «Verglichen mit dem Vorjahr, hatten wir heuer über 60% weniger Gäste», bedauert Nada Milosevic, Wirtin des Restaurants Sternen in Arni. Immerhin habe sich die Situation in den letzten zwei, drei Wochen dank besserer Witterung leicht entspannt.

Bahnen blieben leer

Nicht besser als Gartenrestaurants erging es der Minigolfanlage Büelisacker in Waltenschwil. Daniela Fuger spricht von einer «miserablen Sommersaison.» Auf den Minigolfbahnen war an den meisten Tagen wenig bis nichts los. Eine weniger schlechte Sommerbilanz zieht die Gelateria beim Kloster Muri. Überraschenderweise blieb ihr Umsatz nur minim unter den Erwartungen. «Das kalte, oft unschöne Wetter war für uns eher vorteilhaft», erläuterte Geschäftsinhaber Andreas Ulrich. Bei zu heissen Temperaturen würden die Leute zumeist ins Freibad gehen und sich dort Glace kaufen. Dieses Jahr war es zumeist regnerisch oder zu kalt für einen Badibesuch. Daher holten sich viele ihr Eis in der Gelateria ab.

«Eher durchzogen»

Für den Bollinger-Gemüsebau in Eggenwil verlief die Saison «eher durchzogen. Im Juni war es zu heiss und zu trocken», äusserte sich Geschäftsführer Matthias Bollinger, «deshalb mussten wir zusätzlich bewässern.» Diese Art der Befeuchtung sei nie so effektiv wie der Regen selbst. Im Juli und August war es bekanntlich vorwiegend nass, weshalb ein Teil der Gemüse einen Pilzbefall erlitt und die Ernte dadurch verkleinert wurde. Dank leicht gestiegener Preise sei es dann immerhin gelungen, die Ernteverluste etwas auszugleichen.

Beim Sonnhaldenhof in Wohlen sah es anders aus. Die Äpfel- und Zwetschgenernte fiel dieses Jahr hervorragend aus. «Weil sich aber alle Obstbauern einer sehr guten Ernte erfreuten, sind die Preise wegen des grossen Angebots enorm gesunken», gaben die Sonnhaldenhof-Inhaber zu verstehen.

Kino: Keine Hammersaison

Den Kinos kam der verregnete Sommer zupass, die Kinos waren recht gut besucht. Ein grosser Unterschied zu den Vorjahren sei jedoch nicht festzustellen gewesen, teilte Hansjörg Beck mit, der Chef des Kino Rex in Wohlen. Ganz tolle neue Filme seien in den Sommermonaten nicht gezeigt worden, weshalb der grosse Andrang an der Kinokasse ausgeblieben sei.

Hobby-Meteorologe Tobias Ferrari betreibt eine Wetterstation in Wohlen. Laut Ferrari war dieser Sommer im Vergleich zu den letzten neun Jahren der kühlste und hatte die wenigsten Sommertage mit Temperaturen von mindestens 25 Grad. Erstaunlich sei, dass es der sehr unerfreuliche Sommer 2014 nur auf die drittmeisten Regentage brachte. Zwei Sommer waren seit 2006 demnach noch mieser als der diesjährige. Mit anderen Worten: Es hätte also noch schlimmer kommen können.