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So wappnen sich Altersheime gegen die Hitze

Senioren leiden bekanntlich eher unter hohen Temperaturen. Die az hat bei Altersheimen nachgefragt, wie sie mit der Hitze zu recht kommen.

Nora Güdemann
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Senioren leiden unter der Hitze besonders. (Archiv)

Senioren leiden unter der Hitze besonders. (Archiv)

Chris Iseli

Bis Freitag soll die Hitzewelle laut Meteo Schweiz noch andauern, täglich werden Temperaturen über 30 Grad und Tropennächte erwartet. Prognosen zufolge dürfte der Juni als zweitwärmster nach dem Hitzejahr 2003 eingestuft werden. Eine besonders grosse Belastung ist die konstante Hitze für chronisch Kranke, Kleinkinder, Schwangere und betagte Menschen und stellt Altersheime vor eine Herausforderung. Deswegen wurde im Alterswohnheim St. Martin in Muri eine neue Klimaanlage im Speisesaal eingebaut. «Der Raum ist immer voll und da ist es nicht schön, schwitzend zusammen zu sitzen», sagt Leiter Josef Villiger. Wie auch in anderen Seniorenheimen wurden Warnungen mit Hinweisen betreffend Kleidung und Lüften ausgegeben.

Mirko Nenner ist Leiter Pflege und Betreuung im Seniorenzentrum Obere Mühle in Villmergen. Für ihn und die Bewohner ist die Hitze mühsam aber auszuhalten: «Wir achten darauf, dass alle genügend trinken. Auch die Mitarbeiter.» Durchschnittlich einen Liter pro Tag sollen Senioren zu sich nehmen, laut Nenner viel zu wenig bei solchen Temperaturen. So führt die Pflege eine Trinkbilanz, in der festgehalten wird, wie viel die Bewohner zu sich nehmen.

Leiden Sie unter den momentan sehr heissen Temperaturen?

Edith Breitschmid (58) «Nein, ich habe keine Mühe mit der Hitze. Ich gehe vielleicht nicht gerade Sonnenbaden, aber an einem schattigen Platz lässt es sich gut aushalten. Ausserdem gibts kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung.»
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Jean Berger (83) «Ich habe fast 42 Jahre bei der Bahn gearbeitet, da war ich ständig in der Sonne. Aber heute weiche ich ihr aus. Meinen morgendlichen Spaziergang mache ich extra früher und vermeide Anstrengungen am Mittag.»
Felicie Hufschmid (91) «Ich bin Waadtländerin und mag es, wenn es draussen heiss ist. Am liebsten unternehme ich Spaziergänge und schwatze mit meinen Kolleginen. Zur Abkühlung trinke ich ganz kaltes Wasser.»
Stephan Küng (91) «Wenn ich nach draussen gehe ziehe ich einen Hut an. Das hat die Pflege mir und meiner Frau empfohlen. Und ich trinke keinen Alkohol. Aber Probleme mit der Wärme habe ich keine.»

Edith Breitschmid (58) «Nein, ich habe keine Mühe mit der Hitze. Ich gehe vielleicht nicht gerade Sonnenbaden, aber an einem schattigen Platz lässt es sich gut aushalten. Ausserdem gibts kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung.»

Nora Güdemann

Neben genügend Wasser und Tee, stehen auch Snacks wie Melonen, Sorbet oder Salzstangen, die den Mineralhaushalt aufrechterhalten sollen, bereit. «Die Ernährung ist neben der genügenden Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig», sagt Marcel Lanz, Leiter des Altersheims Bifang in Muri. «Sind die Senioren gut ernährt, haben sie keine grossen Probleme mit der Hitze.» Nur für solche, die schon Kreislaufbeschwerden haben, könnte die Hitze zur Bedrohung werden.

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