Berikon

So viel kosten 14 Fussballfelder Strassen

Die Sanierung der Unterdorfstrasse beginnt noch 2015 und dauert rund drei Jahre. kob

Die Sanierung der Unterdorfstrasse beginnt noch 2015 und dauert rund drei Jahre. kob

19 Kilometer lang, eine Fläche von 100 000 Quadratmer und ein Wert von 31 Millionen Franken - so lauten die Zahlen zum Beriker Strassennetz. Der Gemeinderat informierte über den Zustand der Verkehrswege und die Finanzen der Gemeinde.

Rund 19 Kilometer lang ist das Beriker Strassennetz, Kantonsstrassen nicht mitgerechnet. Inklusive der Trottoirs ergibt das eine Fläche von 100 000 m² oder 14 Fussballfeldern, die die Gemeinde unterhalten muss.

«Wir reden von viel Geld, das wir investieren müssen, um die Strassen weiterhin gefahrlos benutzen zu können», erklärte Gemeinderat Stephan Haag an der Veranstaltung «Ech ha Gmeind», die leider nur etwas mehr als ein Dutzend Stimmbürger anlockte. Eine «Gmeind Miniature» quasi, die Gelegenheit bot, spezifische Fragen zu stellen und unverbindlich mit den Gemeinderäten, die vollzählig anwesend waren, zu plaudern.

Zurück zu den Strassen: Wie Haag erklärte, gibt es im sogenannten Strasseninfrastruktur-Management drei Schritte. «Als Erstes muss der Gemeinderat und die Gemeindeversammlung darüber bestimmen, welche Strasse in welchem Zustand gehalten werden soll.» Dabei gebe es zu berücksichtigen, dass die Anforderungen in einer 30er-Zone anders sind als diejenige an eine Strasse, auf der 50 km/h gefahren werde. «Zweitens werden die Strassenabschnitte nach Zustand kategorisiert. Das hängt davon ab, wie sie gebaut wurden und wie gross das Verkehrsaufkommen ist.» Aufgrund von Erfahrungswerten liesse sich errechnen, wie viel Wert die Strasse pro Jahr verliert.

31 Millionen Franken wert

Als dritter Schritt laufen alle fünf bis sieben Jahre Fachleute die Strassen ab und beurteilen, wo es Handlungsbedarf gibt. So werden die Karten, auf denen die Strassenabschnitte von grün bis rot markiert werden, fortlaufend aktualisiert. «Idealerweise hält eine Gemeinde den Strassenwert stabil. Das bedeutet aber, dass wir immer wieder investieren müssen – wenn man nichts macht, nimmt der Wert ab.» Der Wert der Beriker Strassen beläuft sich auf rund 31 Mio. Franken, wobei im Betrag auch die theoretischen Abbruchkosten mit eingerechnet sind. Um den Wert zu erhalten, muss Berikon pro Jahr durchschnittlich 400 000 Franken investieren – so sagt es das Modell.

In den nächsten Jahren wird die Gemeindeversammlung wohl über einige Sanierungsprojekte zu bestimmen haben. «Viele unserer Strassen sind im Zustand ‹ausreichend›. Das ist nicht schlimm, aber wenn man nichts unternimmt, gehen sie kaputt und dann wird es teuer», erklärt Haag. Zum Strassenunterhalt gehören aber auch die Reinigung und das Entfernen von Wurzeln; «quasi eine Dentalhygiene, damit die Strasse länger hält», erläutert der Gemeinderat.

Ein grösseres Projekt steht bei der Unterdorfstrasse an, das noch dieses Jahr in Angriff genommen wird und über drei Jahre dauert.

Berikon nimmt zu wenig Geld ein

Ein weiteres Thema an diesem Abend waren die Finanzen. Wie Gemeindeammann Stefan Bossard erklärte, nehme Berikon zu wenig Geld ein, um seine Ausgaben zu decken. «Um diese Situation zu ändern, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine wäre eine Steuererhöhung.» Eine andere: die Landreserven im Riedacker und Bühlfeld zu entwickeln. «Wir sind nicht in einer komfortablen Situation, aber wir haben eine gute Ausgangslage», zog Bossard ein Fazit. Wie man zu mehr Einnahmen kommen könnte, ist auch ein Thema an der Klausurtagung nächste Woche.

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