Ist es nicht schön, das Reussstädtchen? Der Spittelturm, der Muri-Amtshof, die Hochbrücke mit dem BD-Bähnchen – wäre doch schade, wenn man das alles nicht richtig sehen könnte. Das findet auch Marcel Bär, Inhaber des Brillengeschäfts Bär Optik.

Vor knapp drei Monaten hat er sich seinen Traum vom eigenen Optikergeschäft in der Marktgasse verwirklicht. Der Standort Bremgarten lag für den gelernten Optiker schon lange fest: «Meine Familie und ich haben uns vor Jahren schon in das Städtchen verliebt.»

Bevor Bär den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, arbeitete er 17 Jahre lang bei einem Optiker in Brugg, die letzten fünf Jahre sogar als Geschäftsführer. Mit ihm verliessen noch zwei Optikerinnen und ein Lehrling das Geschäft, um mit in den neuen Betrieb zu wechseln. Davon hätte das Geschäft enorm profitiert: «Wir sind ein eingespieltes Team. Ich kann mich auf meine Mitarbeiter verlassen. Deswegen hat hier auch alles von Anfang an so gut funktioniert.»

Das alles nach Wunsch verlaufen ist, sei auch seiner Frau Laetitia zu verdanken. Als Mitinhaberin des Geschäfts helfe sie, wo sie nur könne: «Sie springt bei Personalengpässen ein, kümmert sich um die Administration sowie Dekoration des Ladenlokals. Laetitia ist unsere gute Fee.»

110 Brillen in einem Monat

Bevor Bär Optik am 2. Dezember eröffnen konnte, stand jedoch ein zweimonatiger Umbau an. «Hier waren früher ein Reisebüro, danach eine Schneiderei und am Schluss ein Kinderkleiderladen untergebracht. Weil das Lokal dann aber drei Jahre leer stand, barg es die eine oder andere Komplikation, zum Beispiel einen Wasserschaden. Ich bin oft früher von der Arbeit gegangen, um hier weiterzumachen.» Ohne 110 % Einsatz sei so ein Projekt nicht möglich.

Bis jetzt habe sich der Aufwand glücklicherweise gelohnt: «Im ersten Monat haben wir etwa 110 Brillen verkauft. Wir waren oft nicht vor 22 Uhr daheim.» Im Januar sei es dann wieder etwas ruhiger geworden. Wichtig sei zurzeit, dass die Leute sein Geschäft kennenlernen. Das möchte er mit einem Mix von exklusiven Markenprodukten, über Nachtlinsen bis hin zu Komplettangeboten, die preislich mit Onlineanbietern mithalten können, erreichen. Ein genaues Erfolgsrezept gebe es jedoch nicht: «Jeder, der hier arbeitet, ist Optiker mit Leib und Seele.»