Umzug nach Muri

So verlässt die Kantonspolizei ihren Posten in Wohlen

Aus zwei mach eins. Der Freiämter Stützpunkt der Kantonspolizei in Wohlen ist nach Muri umgezogen. Die AZ war am Zügeltag dabei.

Emsiges Treiben schon am frühen Montagmorgen beim Posten der Kantonspolizei in Wohlen am Bahnhofweg 6. Für Betrieb sorgt kein Notfall, sondern ein von langer Hand geplanter Einsatz. Statt der Kaffeemaschine brummt der Staubsauger, statt Aktenberge stapeln sich die Zügelkisten und das Mobiliar.

Tatkräftig packen die Polizisten an, unterstützt von einer externen Transportfirma. Wer hier eine Anzeige erstatten oder Rat suchen will, steht nun auf verlorenem Posten. Der bisherige Kapo-Stützpunkt «Freiamt (Wohlen)» ist per sofort geschlossen – und zieht um zum bisher anderen Stützpunkt Freiamt ins Murianer Amtshaus. Die 19 Wohler Kantonspolizisten ergänzen die bisher 10 Polizisten in Muri.

Mit der Zusammenlegung der Freiämter Stützpunkte ist das Projekt «Kapo 2020» abgeschlossen. Die 17 Aussenstellen im Aargau sind nun auf 9 grössere Stützpunkte reduziert. Die Wahl von Muri statt Wohlen oder Bremgarten gab seit dem Entscheid 2017 zu diskutieren. Für Martin Ris, Dienstchef Stützpunkte Süd, ist die Standortwahl aber nicht relevant. «Das Konzept basiert auf einer erhöhten Patrouillentätigkeit. Wir sind mobiler im Gebiet unterwegs. Ein Standort allein fängt keine Verbrecher», sagt Ris. Er sei vor allem ein Ort für die Logistik, wo sich die Polizisten ausrüsten oder verpflegen.

Beim Zügeln wird alles Material mitgenommen

Der Wohler Kapo-Posten befand sich seit März 1997 am bisherigen Ort im Gebäude-Komplex der Migros, die die Räumlichkeiten an die Polizei vermietete. Nach einer Erweiterung vor sechs Jahren belegte die Kapo zuletzt rund 300 Quadratmeter Bürofläche. In den letzten drei Jahren war Meinrad Rohner Chef des Stützpunkt Wohlen. Eine Funktion, die er nun auch beim fusionierten Posten inne hat. Auch er ist beim Umzug dabei.

«Wir nehmen sämtliches Material mit. Seien es Büromöbel, Drucker, Kaffeemaschine, WC-Papier, einfach alles, was es hier hat», sagt Rohner. «Altlasten» seien beim Entrümpeln in den Schränken keine aufgetaucht, meint Rohner schmunzelnd. Auch Sentimentalitäten gäbe es keine. «Wir wussten ja schon länger vom bevorstehenden Umzug und konnten uns mental darauf einstellen. Und auch die Mitarbeiter von Wohlen und Muri kennen sich bereits», sagt Rohner.

Fehlen wird der Wohler Bevölkerung und der näheren Umgebung aber wohl der Schalterdienst, den es jetzt nur noch in Muri gibt. «Ohne Schalter geht es nicht. Für viele Bürger ist er eine beliebte Anlaufstelle. Sie schätzen es, ihr Anliegen in einem geschützten Rahmen vorbringen zu können.»

Mehr Platz und Garderoben für Männer und Frauen

Ein Vorteil des Umzugs nach Muri und dem entsprechenden dortigen Umbaus sind die besseren Arbeitsmöglichkeiten mit deutlich mehr Platz. «Wir belegen nun das ganze vierstöckige Amtshaus allein. Neu gibt es zum Beispiel geschlechtergetrennte Garderoben, eine Küche mit Essbereich oder zusätzliche Besprechungs- oder Erholungsräume», sagt Dienstchef Ris.

Der alte Gerichtssaal fungiert nun als möglicher Rapportraum für das ganze Korps. «Die Führung des Teams ist an einem einzigen Standort leichter. Dafür sind wir dankbar», so Ris. Die Polizisten streichen auch die neue örtliche Nähe zur Staatsanwaltschaft heraus, die Vorteile bringt.

Im Laufe des Dienstags wird der Umzug vollbracht sein. Die Handwerker werden in den nächsten Tagen und Wochen dem ergänzten Stützpunkt noch den letzten Feinschliff geben. Ein offizieller Begrüssungsakt durch die Politik und ein Fest wird erst nach der Coronakrise stattfinden.

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