Muri

So spannend ist es bei der Regionalpolizei

Nicht geladen: Sabrina Schifferle, Bremgarten (rechts), und Melanie Brunner, Dottikon, beide von der Staatsanwaltschaft Muri, befassen sich für einmal mit einem Gewehr der Regionalpolizei.  ES

Nicht geladen: Sabrina Schifferle, Bremgarten (rechts), und Melanie Brunner, Dottikon, beide von der Staatsanwaltschaft Muri, befassen sich für einmal mit einem Gewehr der Regionalpolizei. ES

Die Regionalpolizei Muri versteht sich als Dienstleisterin für die 19 angeschlossenen Gemeinden. Die Repol will aber keinen Polizeistaat, sondern sieht ihre Aufgabe im Interesse der Bürger.

Eigentlich sassen da die Auftraggeber vor Erich Holliger, Chef der Regionalpolizei Muri, und Daniel Selm, seinem Stellvertreter: Gemeinderatsmitglieder aus den 19 Vertragsgemeinden, aber auch Schulpflegemitglieder, Grossräte und weitere Behördenmitglieder liessen sich über die Aufgaben und Möglichkeiten der Regionalpolizei informieren.

Die Repol Muri ist die einzige Organisation, welche von den Behörden der 19 Vertragsgemeinden mit hoheitlichen Aufgaben betraut werden kann. Zum Beispiel mit der Videoüberwachung von Arealen – ein heikles Feld, das aber beispielsweise beim Veloständer der Schulanlage Bachmatten in Muri viel Erfolg brachte. «Aber wir Polizisten wollen keinen Polizeistaat, sondern sehen unsere Aufgabe immer im Interesse der Bürgerinnen und Bürger», führt Holliger aus.

Sicherheit für die Menschen

Der Aufgabenkatalog ist riesig, wie Holliger darlegt: Die Repol ist Anlaufstelle für die Bevölkerung, unterstützt Behörden und Verwaltungen bei Amtshandlungen, schlichtet Konflikte und interveniert bei Streitigkeiten. «Kein Wochenende, ohne dass wir nicht einschreiten müssten», stellt der Repol-Chef fest. Meist kommt es zum Streit wegen banaler Sachen. Immer mehr beschäftigt wird die Polizei mit häuslicher Gewalt. Hier ist der Grundsatz klar: «Wer schlot, de goht», sagt Holliger. Involviert ist die Repol aber auch in kriminalpolizeiliche Aufgaben, meist in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei. Pro Tag werden beispielsweise 10 bis 15 Personen neu zur Fahndung ausgeschrieben. Die Repol schaut bei ihren Kontrollen tagsüber und nachts immer wieder einmal genauer hin. Zahlreich sind schliesslich die Aufgaben im Bereich Verkehr – von der Tempokontrolle bis zur Verkehrserziehung in den Schulen.

Erfolgreiche Zweiteilung

Kantonspolizei und Regionalpolizei arbeiten Hand in Hand, wie Holliger versichert. Sie haben auch die gleiche Ausbildung. Während die Kapo grob aufgeteilt für die schwere, organisierte Kriminalität zuständig ist, sorgt die Repol für die lokale Sicherheit, wobei die Grenzen fliessend sind. Die Aufteilung habe sich bewährt. In Muri sind die beiden Polizeien sogar im gleichen Haus an der Kirchbühlstrasse 1 untergebracht. Hier kann man gar nicht am falschen Ort anklopfen, weil man sonst einfach an die richtige Stelle geführt wird. Wichtig ist für Holliger die
Präventionsarbeit. 40 Prozent der
Patrouillentätigkeit erfolgen uniformiert, «damit die Leute sehen, dass wir präsent sind». Auch tief in der Nacht. Deshalb steckt die Repol hin und wieder einen Zettel in den Briefkasten von Wohnquartieren, auf dem vermerkt ist, wann sie ihre Kontrolle vorgenommen hat.

Bedürfnis ist da

Die Regionalpolizei Muri startete mit einem Gemeindevertrag 2003. Alle Gemeinden des Bezirks Muri, ausser Waltenschwil, das sich Richtung Wohlen orientiert, schlossen sich an. Überall gelten die gleichen Polizeireglemente. Gestartet wurde mit sechs Polizisten, wie sich der Murianer Gemeindeammann Josef Etterlin erinnert. Heute sind es zehn Polizistinnen und Polizisten und eine Zivilangestellte. Nicht zu viel. «Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit und polizeilicher Präsenz ist grösser denn je», führt Etterlin aus. Kantons- und Regionalpolizei würden sehr gut zusammenarbeiten. Schnittstellenprobleme seien heute ausdiskutiert und bereinigt, das duale Modell bewähre sich im Alltag.

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