Tägerig
So soll der neue Kreiselschmuck bei der Gnadenthaler Brücke aussehen

Guido und Martin Hufschmid gestalten aus zehn Tonnen altem Stahl ein Kunstwerk.

Chantal Gisler
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So soll der Schmuck auf dem Kreisel in Tägerig aussehen: Ein Brückenpfeiler mit verschiedenen Figuren aus Holz und Metall. zvg

So soll der Schmuck auf dem Kreisel in Tägerig aussehen: Ein Brückenpfeiler mit verschiedenen Figuren aus Holz und Metall. zvg

Seit vier Monaten verbindet eine neue Brücke die Gemeinden Stetten und Niederwil. Von der alten Gnadenthaler Brücke ist dort seit September nichts mehr übrig – ein Grossteil der Stahlkonstruktion wurde eingeschmolzen. Wie bereits bekannt wurde, soll mit dem Rest ein künstlerischer Schmuck für den Kreisel Reusstalstrasse/Mellingerstrasse in Tägerig entstehen (az vom 11. Februar). Jetzt ist auch klar, wer die zehn Tonnen Stahl vor dem Schmelzofen gerettet hat: Die Freiämter Brüder Guido und Martin Hufschmid. «Seltsamerweise hatten wir unabhängig voneinander den gleichen Wunsch, ein paar Teile von der Brücke zu erwerben. Ganz ohne eine bestimmte Idee zur weiteren Verwendung», schreibt Martin Hufschmid in einer Hommage an die alte Gnadenthaler Brücke, in der er auch die Ideen zur Kreiselgestaltung festgehalten hat. Er verbindet viele Erinnerungen mit dem «Meisterwerk der Ingenieurskunst»: «Im Sommer war hier ein Treffpunkt im Restaurant Gnadenthal, mit anschliessendem Köpfler von der Brücke ins kühle Nass.»

Interessenten für Sponsoring

Die 107 Jahre alte Brücke soll auf eine ungewöhnliche Weise weiterbestehen. «Mit etwas Wehmut verfolgten wir den Abbau der Gnadenthaler Metallbrücke über die Reuss.» Gemeinsam entwickelten die beiden Brüder die Idee, Teile davon als Schmuck für den neu entstandenen Kreisel auf der Reusstalstrasse in Tägerig zu verwenden. Martin Hufschmid stellt in seinem Atelier in Fischbach-Göslikon Skulpturen aus allen möglichen Materialien her.

Der Standort der Brücke hat auch eine symbolische Bedeutung: «Diese Strassenstelle ist die einzige in der näheren Umgebung mit direktem Blick auf die Reuss.» Vorab stellten die Brüder ein Gesuch an den Kanton, das die Machbarkeit des Projekts bereits bestätigte. In rund einer Woche wird das Baugesuch öffentlich auf der Gemeinde aufliegen. «Die Gemeinde Tägerig ist von der Idee begeistert», erzählt der Künstler. «Es haben sich sogar schon einige Interessenten für das Sponsoring gemeldet.»

Kleine Figuren auf Brücke

Doch wie soll das Kunstwerk aussehen? Auch da haben sich die Brüder etwas Besonderes ausgedacht: «Aus den massiven alten Brückenteilen konstruieren wir einen einzelnen Brückenpfeiler, der ein Stück der Gnadenthaler Brücke trägt», schreibt Hufschmid. Auf dem Brückenabschnitt sollen kleine Figuren aus Holz und Metall stehen. «Wichtig ist uns, dass damit ein Stück der lokalen Geschichte, der Erinnerungen und des Lebens an der Reuss wieder auferstehen kann.»