Wohlen
So rechnen sich die Kosten für ein Schulhaus

Von Äpfeln, Birnen und Hauptnutzungsflächen: Wer Baubudgets und Projektkosten verstehen will, muss zunächst wissen, von welchen Werten gesprochen wird. Eine Auslegeordnung.

Malte Aeberli
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Im Schulhaus Halde in Wohlen wird der Platz knapp.

Im Schulhaus Halde in Wohlen wird der Platz knapp.

az/Archiv

Grundsätzlich ist bei den Erstellungskosten eines Schulhauses zwischen Baukostenplan (BKP) 1-9 und BKP 2 zu unterscheiden. Der BKP 2 enthält nur die Kosten, welche für den Bau des eigentlichen Gebäudes benötigt werden. Die BKP 1-9 enthalten alle Kosten vom Aushub bis zur Innenausstattung. Alle Vorarbeiten - sprich Projektierung und Landerwerb – gehören in den BKP 0.

Bei der Schulraumplanung spricht man grundsätzlich nicht mehr von Klassen, sondern von Schulabteilungen. Eine Schulabteilung entspricht einer Klasse – wobei eine Klasse heute mehr als nur ein Klassenzimmer von 70 Quadratmetern benötigt: Einen genauen Faktor, wie viel mehr eine Klasse braucht, gibt es nicht. Aber ein Blick in die Schulgeldverordnung hilft: So dürfen die Gemeinden bei Oberstufenschulhäusern 4,3 Kosteneinheiten und bei Primarschulhäusern 3,0 Kosteneinheiten an fremde Gemeinden weiterverrechnen. Sofern das Raumangebot auch vorhanden ist.

Grösse ist Sache der Gemeinden

Das bedeutet, dass jede Abteilung zwischen drei und vier Räume à 70 Quadratmeter benötigt. Richtlinien, wie gross die Räume sein müssen, gibt es vom Kanton aus nicht. Aber der Kanton gibt Empfehlungen ab. So sind Klassenzimmer 70, Gruppenräume 35, Besprechungszimmer 18, der Singsaal 175 und Naturwissenschaftszimmer 105 Quadratmeter gross – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Summe der Quadratmeterzahlen des effektiven Raumprogramms nennt man Hauptnutzfläche (HNF). Vielfach wird in Vergleichen auch mit der Geschossfläche hantiert. Dabei spricht man von der gesamten Fläche aller Stockwerke (HNF plus Nebennutzungs-, Verkehrs-, Funktions- und Konstruktionsflächen). Das Verhältnis von HNF zu Geschossfläche wird bei idealen Baukörpern mit 1,6 bemessen; bei weniger optimalen Baukörpern bis zu 2,1.

Schulraum wird (fast) vergleichbar

Um vergleichbare Werte zu schaffen, wird bei Grundstückkäufen mit Quadratmeterpreisen gearbeitet. Um ähnliche Daten zum Vergleich der Schulraumkosten pro Quadratmeter zu erhalten, nimmt man die puren Gebäudeerstellungskosten (BKP 2) und teilt sie durch die Hauptnutzfläche des Projekts. Das ergibt den Preis pro Quadratmeter Schulraum. Aber auch dieser Wert lässt weitere Parameter ausser acht. Denn die Kosten weichen je nach Projektstadium stark ab: in der Vorstudie plus minus 30; im Vorprojekt plus minus 20 und bei der Beantragung des Baukredits plus minus 10 Prozent. Kostenwahrheit besteht erst bei der Bauabrechnung.