Waltenschwil/Kallern

So griff «Landjugi» erfolgreich zum Seil

Am Wochenende des 19./20. August feiert der Seilziehclub seinen 40. Geburtstag. Ein Blick zurück in die Geschichte des Clubs, der schon früh Erfolge feierte.

Wir schreiben den 25. Februar 1977. Der SC Langnau ist amtierender Schweizer Eishockey-Meister und in der Radiohitparade steht Pepe Lienhard mit seiner «Swiss Lady» ganz weit vorne. Derweil tut sich im Freiamt Geschichtsträchtiges. Zehn Männer heben an jenem kalten Freitagabend den Seilziehclub Kallern aus der Taufe. «Alle waren jahrelange Kumpels», sagt Daniel Strebel. Der mittlerweile 54-jährige Vorsitzende der Geschäftsleitung der Landi Freiamt stiess kurz nach der Gründung zum jungen Verein. Die ersten Geh- respektive Ziehversuche gehen allerdings auf den Sommer 1976 zurück. Als LJG Wohlen – heute Landjugi Erdmannlistein – nahm eine Handvoll Enthusiasten an einem Seilzieh-Plauschturnier in Sins teil. Heute ist Strebel noch als einziger der damaligen Visionäre dabei, «aber nur noch als Ehrenmitglied», schmunzelt er.

Erfolg und Neider im Dorf

Schon das erste Turnier, an welchem sie teilnahmen, entschieden die Freiämter für sich: Sieg im Sommer 1977 in Niederbüren in der Gewichstklasse bis 560 kg. Rasch stiessen weitere Mitglieder hinzu, ein Jahr nach der Vereinsgründung schickte Kallern bereits vier Teams in den Wettkampf. Es ging in atemberaubendem Tempo aufwärts: 1979 der erste Meistertitel und damit Nomination für die WM in Schweden, 1980 folgte die Titelverteidigung, 1981 schaffte Kallern gar das Triple. «Das Seilziehen steckte damals in den Kinderschuhen. Training und ein wenig Talent reichten damals für Spitzenplatzierungen», sagt Strebel heute. Doch nicht alle im Dorf freuten sich in jener Zeit mit den erfolgreichen Sportlern. 1985 wurde das Baugesuch für eine Trainingsanlage im Dorf abgelehnt. Als Konsequenz schloss man sich im Jahr darauf mit den Freunden aus Waltenschwil zusammen und änderte den Namen in Waltenschwil-Kallern, kurz WaKa. Dank den guten Trainingsbedingungen in der neuen sportlichen Heimat Waltenschwil holten sich die Freiämter 1986 einen weiteren Meistertitel. Die Nationalmannschaft bestand in jenen Jahren mehrheitlich aus WaKa-Athleten. Bis Mitte der 1990er-Jahre holte sich WakA mit den Aktiven, den Frauen und den Junioren total 25 Schweizer-Meister-Titel. Auch international waren die Freiämter erfolgreich. Bei knapp 30 WM- oder EM-Titeln hatten sie die Hände mit im Spiel.

1998 begannen die Probleme. Das Aushängeschild des Vereins, die 560er-Mannschaft, musste aus Personalmangel zurückgezogen werden. Die Junioren schwächelten und schlossen sich mit Nünegg-Lieli zusammen. In den vergangenen 15 Jahren hielten vor allem die Damen die WaKa-Fahne hoch.

Der Verein hat heute noch knapp 20 Aktivmitglieder und besteht aus zwei Teams. Beide sind am Jubiläumswochenende am Seil zu bestaunen.

40 Jahre Seilziehclub Waltenschwil-Kallern: Heimturnier und Jubiläumsfest, 18. bis 20. August, Festplatz beim Schulhaus Bannegg.

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