«Check!» So klingt es, wenn auf der Bucket-Liste des Lebens ein Punkt abgestrichen werden kann. Bei den Wohlern Simon Huwiler (33) und Markus Markwalder (34) stand dort: Buch schreiben.

Doch aus dieser Idee ist nicht irgendein Groschenroman entstanden: Mit «Der perfekte Event» haben die beiden ein praktisches Handbuch für jeden erstellt, der einen Event, egal welcher Grösse, planen möchte. «Es kommt nicht darauf an, ob man ein grosses Festival planen will oder einen Geburtstag, oder ob man bereits Erfahrung darin hat oder nicht. Unser Buch richtet sich an alle, die irgendeinen Event planen möchten», erklärt Kommunikations- und Marketingspezialist Huwiler.

Damit schliessen die beiden eine Lücke in der Fachliteratur der Eventplanung. «Es gibt schon Nachschlagewerke, aber das sind meist Theoriebücher und riesige Wälzer. Ein kompakter Ratgeber mit vielen praktischen Beispielen hat ganz eindeutig noch gefehlt», hält Markwalder fest.

Er weiss, wovon er redet, denn als Projektleiter des Arosa Humorfestivals, der Arosa ClassicCar und anderer Grossanlässe hätte er genau ein solches Buch zu Beginn seiner Karriere gerne als Stütze gehabt.

Was erwartet Zuccolini?

Die beiden sind stolz auf ihr Werk: «Vor zehn Jahren sassen wir an der Hochschule für Wirtschaft Luzern in der Vorlesung und hielten Sachliteratur des Versus Verlags in der Hand. Heute haben wir selber ein solches Buch veröffentlicht. Ein sehr schönes Gefühl», freut sich Huwiler.

Doch was genau macht das knapp 180 Seiten starke Buch so einzigartig, dass die beiden sagen, es lohne sich selbst für Leute, die gerade keinen Event planen? «Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Erst kommt der Theorieteil. Danach kommen in alphabetischer Reihenfolge über 40 Stichworte von Budget und OK über Medien bis zum Wow-Effekt und Zielgruppe, bei denen wir jeweils auf lediglich einer Doppelseite alles zusammengefasst haben, was wichtig ist. Natürlich auch hier inklusive Praxistipps», fasst Huwiler zusammen.

Der dritte Teil hebt das Buch gar von allen anderen aus der Kompakt-Reihe des Versus Verlags ab: die Erfolgsstorys. Markwalder erklärt: «Zuvor haben wir aufgezeigt, was man als Veranstalter alles beachten sollte.

In diesem Teil kommt auch die Gegenseite zum Zug: die Künstler. Was erwartet ein Komiker wie Claudio Zuccolini von einem Eventveranstalter? Wann ist für Mountainbikerin Jolanda Neff ein Event speziell? Solche Informationen sind auch für mich bei der Eventplanung sehr hilfreich. Aber auch unabhängig vom Eventmanagement bieten die neun Gastbeiträge guten Lesestoff.»

Verlag sprang sofort an Bord

Sowohl Theorie als auch Praxis stammen zum grossen Teil aus der Erfahrung der beiden ehemaligen Betriebsökonomiestudenten selbst. «Unser Literaturverzeichnis ist lediglich eine Seite lang», bestätigt Markwalder. «Während des Schreibens ist mir erst richtig klar geworden, wie viel ich in den acht Jahren, seit ich das Humorfestival und die ClassicCar organisiere, im Eventmanagement gelernt habe. Genau das möchte ich nun weitergeben.»

War das also der Auslöser, der die beiden Freunde aus Luzerner Hochschultagen dazu brachte, ein Buch zu schreiben? Sie lachen, bevor Huwiler zu erzählen beginnt: «Ehrlich gesagt haben wir beide 2015 an einem Projekt eines Freundes mitgemacht, bei dem es darum ging, «out of the box», also ausserhalb des gewohnten Rahmens, zu denken und etwas Neues umzusetzen.

Bereits im Zug nach Hause wussten wir, dass wir gemeinsam etwas anpacken wollten. Was das war, wussten wir aber noch nicht.» Markwalder ergänzt: «Manchmal ist es hilfreich, erst die richtigen Leute um sich herum zu haben, statt sich zuerst ein Projekt zu überlegen und danach Leute zu suchen, die mithelfen. So ging es jedenfalls bei uns.»

Die beiden legten ein Brainstorming-Wochenende ein, und schon bald stand die Idee des Sachbuchs. «Also begannen wir, die Theorie auszuarbeiten. Aber irgendwann fragte ich mich, ob ich eigentlich hinter einem so theoretischen Buch stehen könnte. Wir warfen eine ganze Menge wieder über den Haufen und begannen mit einem komplett neuen Ansatz. So, wie das Buch heute aufgebaut ist, bietet es aus meiner Sicht die bestmögliche Lesbarkeit und Unterstützung für jeden, der einen Event planen möchte», ist Markwalder überzeugt.

Das gefiel auch dem Versus Verlag, der sofort an Bord sprang, obwohl die beiden bei ihrem ersten Treffen mit den Verantwortlichen erst die Idee vorbringen konnten.

Folgen Krimi und Reiseführer?

Nun möchten die beiden das Buch Schulen und Universitäten anbieten und könnten sich auch vorstellen, Vorträge dazu zu halten. «Viele Jugendliche möchten heute Eventmanager werden, dabei haben sie keine Ahnung, was das alles beinhaltet», so Markwalder. «Es würde sich sicher lohnen, genau diese junge Zielgruppe abzuholen.»

Und danach? Steht ein zweites Buch auf ihren Bucket-Listen? Wieder lachen die sympathischen Freiämter, die nur wenige hundert Meter voneinander aufgewachsen sind, sich aber erst an der Hochschule richtig kennen gelernt haben. Heute wohnen beide in Lenzburg, Markwalder zusätzlich auch in Arosa. «Ich möchte irgendwann einen Krimi schreiben, aber das eilt nicht», gesteht Simon Huwiler, der zusätzlich zum Wirtschafts- auch ein Journalismus-Studium absolviert hat.

Bei Markus Markwalder wäre es wohl eher ein Reiseführer. «Vielleicht von der Marco-Polo-Reihe», sinniert er grinsend. Dass das Interview, bei dem diese Idee laut ausgesprochen wurde, im Wohler Restaurant Marco Polo stattgefunden hat, sollte dann aber sicher darin erwähnt sein.

«Der perfekte Event – Eventmanagement: Worauf es wirklich ankommt» von Simon Huwiler und Markus Markwalder, 179 Seiten, Versus Verlag.