Andrea beim Circus Monti
Slacklinen, Tee trinken und viele Glücksgefühle

Bald ist die Tournee des Circus Monti vorbei. Für die az-Redaktorin wird es keine zweite Saison geben – die Monti-Zeit möchte sie dennoch nicht missen.

Andrea Weibel
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Andrea Weibel beim Slacklinen vor dem grossen Zirkuszelt in Bern.

Andrea Weibel beim Slacklinen vor dem grossen Zirkuszelt in Bern.

Andrea Weibel

Fertig Sommer, der Herbst hat den Zirkus eingeholt – mit Regen, Wind und tiefen Temperaturen. Der Circus Monti hat bereits vier Wochen Zürich hinter sich und ist mittlerweile in Bern angekommen. In beiden Städten wurden wir nicht nur mit einem vollen Zelt zur Premiere und unzähligen A-, B- und C-Promis wie Marc Forster, Franz Hohler oder Büne Huber, sondern auch mit mehreren ausverkauften Vorstellungen herzlich willkommen geheissen. Ich persönlich hatte ein wenig Angst vor dem Zürcher Ansturm, doch der fiel bedeutend weniger schlimm aus als befürchtet. Dafür rennen uns die Berner die Bude ein – die Hauptstadt scheint von Zirkusfans zu wimmeln, sie füllen fast jede Vorstellung bis zum letzten Platz.

Neuer Stadtteil in Zürich

In Zürich haben mich vor allem die Mitarbeiter der Werkstatt beeindruckt. Sie bauten auf dem Kasernenareal scheinbar einen neuen Stadtteil auf. Nirgends hatten wir bisher so viele Galas und Spezialvorstellungen wie dort, und dafür hat die Monti-Crew gleich zwei grosse Hauptzelte und mehrere kleine Nebenzelte aufgebaut. Ausserdem gab es Nächte, in denen die Mitarbeiter nach der Gala die Festtische aus dem Chapiteau raus- und die normale Bestuhlung reinräumen mussten, da am Morgen gleich der nächste Firmenanlass stattfand.

Obwohl es für viele in Zürich richtig streng war, lebte aber auch die schöne Zeit, die man gemeinsam vor den Abteilen auf den Treppchen verbrachte, wieder auf. Da wir vier Wochen dort waren und nicht nach drei Tagen alles wieder zum nächsten Ort transportieren mussten, hatten wir zwischendurch zusätzliche freie Abende. Genauso ist es auch in Bern, wo wir zwei Wochen verbringen – allerdings hält einen der Regen hier davon ab, auf den Treppchen zu verweilen.

Keine zweite Saison

Ich selbst habe gerade in den letzten Wochen, die innerhalb des Zirkus schon sehr intensiv waren, viele neue Leute ausserhalb der Monti-Welt kennen gelernt. Den ganzen Sommer über habe ich sehr oft draussen meine Slackline aufgehängt und trainiert. Eine Leidenschaft, die ich dem Zirkus verdanke. Sowohl in Zürich als auch in Bern habe ich dann Slackline-Vereine entdeckt, deren Mitglieder mich sofort herzlich willkommen geheissen und zum Training mitgenommen haben. In Zürich waren das wöchentliche Hallentrainings, in Bern durfte ich sogar zum ersten Mal eine «Highline» über der Aare besteigen – vorerst mit mässigem Erfolg dafür umso mehr Glücksgefühlen. All diese Begegnungen hätte ich ohne den «Monti» verpasst. Die Freundschaften, die daraus bereits entstanden sind, sind ein sehr schönes Mitbringsel zurück in mein «normales» Leben. Denn ich habe mich entschieden: Eine zweite Zirkus-Saison wird es für mich nicht geben.

Vorfreude auf gemütlichere Tage

Meine Tage sind in letzter Zeit noch intensiver geworden. Jede freie Minute verbringe ich mit Freunden aus der «Monti»-Mannschaft beim Tee- oder Weintrinken oder auf der Slackline. Es gab mühsame Momente in den vergangenen Monaten, körperlich wie psychisch. Dennoch werde ich die «Monti»-Zeit in guter Erinnerung behalten. Nun versuche ich, die Zeit, die noch bleibt, in vollen Zügen zu geniessen. Doch danach freue ich mich schon jetzt auf gemütlichere Tage und besonders auf meine Freunde, auf die ich in letzter Zeit verzichten musste. Und zwar nicht, weil sie mich nicht hätten besuchen wollen – zu meinem Geburtstag gab sogar eine befreundete Band ein Minikonzert auf dem Zirkusplatz. Sondern schlicht, weil ich keine Zeit für sie hatte. Das wird bald nachgeholt. Aber erst nach der Saison und nach zwei wohlverdienten Wochen Urlaub am Meer – mit Slackline im Rucksack natürlich.