Gipf-Oberfrick/Wohlen
Skrupellos: Wer hat die 16 wehrlosen Meersäuli ausgesetzt?

Mitten in der Vorweihnachtszeit wurden im Fricktal 16 Meersäuli ausgesetzt. In Wohlen ereignete sich jüngst ein ähnlicher Fall. Oft unterschätzen die Halter - auch von Kleintieren - die Arbeit, welche die Tiere machen.

Walter CHristen
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Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol

Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol Diese 16 männlichen Meerschweinchen sind vor der Landi in Gipf-Oberfrick gefunden worden. pol

Sie sind gepflegt, jedes hat ein sehr schönes Fell und sie sind trotz bangen Stunden zutraulich: 16 wehrlose Meersäuli hat jemand unerkannterweise bei der Landi in Gipf-Oberfrick vor die Türe gestellt. Einfach ausgesetzt. Das ist ein ganz krasser Fall von Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz und wird von der Strafverfolgungsbehörde geahndet. Wahrlich eine überaus skrupellose Aktion – und das erst noch wenige Tage vor Weihnachten...

Kein verwahrloster Eindruck

Nachdem bereits im Oktober in Frick elf Meerschweinchen ausgesetzt wurden, musste die Polizei Oberes Fricktal (POF) nun erneut wegen eines gleichen Delikts ausrücken.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember wurden im Bereich der Tankstelle bei der Landi in Gipf-Oberfrick 16 Meerschweinchen, alles Männchen, ausgesetzt. Die in einer Kartonschachtel beziehungsweise in einer Plastikbox mit Wasserversorgung und Heu ausgesetzten Tiere machen keinen verwahrlosten Eindruck.

«Es kann daher davon ausgegangen werden, dass es keine überstürzte Handlung war. Zudem weisen beide Fälle gleiche Merkmale auf, was den Schluss zulässt, dass die insgesamt 27 ausgesetzten Meerschweinchen von der gleichen, bisher unbekannten Person verstossen wurden», so Rolf Graf, Chef der Polizei Oberes Fricktal: «Das Aussetzen von Tieren stellt eine Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz dar und ist strafbar.»

Wanderer meldeten erst kürzlich der Regionalpolizei Wohlen, dass sie zwei ausgesetzte Meerschweinchen beim Vita-Parcours in Wohlen entdeckt hätten. Die beiden Tierchen waren unterkühlt und konnten dem Amtstierarzt übergeben werden.

Es braucht Verantwortung und Zeit

Aus welchen Gründen alle diese Meerschweinchen ausgesetzt wurden, ist nicht bekannt. Erfahrungsgemäss ist es so, dass die Haltung – auch von Kleintieren – oftmals unterschätzt wird: Verantwortung, zeitliche Belastung, korrekte Betreuung gilt es zu berücksichtigen. Um sich der zur Last gewordenen Tiere zu entledigen, werden sie oft ausgesetzt.

«Ein solches Vorgehen ist überhaupt keine Lösung und eine sehr verwerfliche Tat», hielt Sandra Egloff von der Meerschweinchenstation Möriken gegenüber der az Aargauer Zeitung fest. «In jedem Fall soll man sich bei Überforderung mit Tieren an ein Tierheim wenden oder an eine private Auffangstation. Es ist vor jedem Erwerb eines Tieres gut zu überlegen, ob die Arbeit denn auch bewältigt werden kann.»

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