Freiamt

Skilager – wo gibt es sie noch?

Um Lehrer zu entlasten, finden viele Lager nicht mehr in den Sportferien statt. Häufig werden Skilager nun auch extern, also von der Schule unabhängig, organisiert.

Um die Frage vorab zu beantworten: Skilager gib es noch fast überall. Obwohl es laut Rolf Stadler, Oberstufenleiter Bünzmatt in Wohlen, in den letzten Jahren vor allem in Zürich, aber auch im Freiamt immer weniger Kinder mit Interesse an einem Skilager gäbe, werden sie von den Schulen und Gemeinden der Region nach wie vor organisiert.

Die einen Schulen, wie beispielsweise die Oberstufen von Wohlen, veranstalten ihre Lager traditionell während der Sportferien, wie das früher bei den meisten üblich war. In den letzten Jahren setzte sich immer mehr der Trend durch, dass Schneesportlager in Form von Projektwochen während der regulären Schulzeit angeboten werden.

Impressionen zum Winterlager 2014

Impressionen aus dem Niederwiler Winterlager 2014. 

Während die Beriker Primarschüler sich beispielsweise jetzt gerade in den verschneiten Bergen vergnügen, müssen sich ihre älteren Kameraden aus der Kreisschule Mutschellen noch fast bis zum Frühling gedulden, bis sie auf die Pisten können. Genau so haben auch die Oberstufen in Bremgarten und die Primarschule Sarmenstorf ihre Lagerwochen in den Frühling verlegt. So müssen die Lehrpersonen auch nicht während den Ferien ihre Schüler im Lager betreuen.

Verein statt Schule

In Niederwil wird von den Schulen selbst seit über 15 Jahren kein Lager mehr organisiert. Damit die Schüler aber trotzdem nicht darauf verzichten müssen, taten sich die beiden Pioniere Patric West und Christoph Sommerhalder zusammen und organisierten 2002 das erste schulunabhängige Winterlager.

Sie merkten schnell, dass die Nachfrage nach einem Winterlager bei den Kindern und auch den Eltern vorhanden war. Um sich rechtlich, aber auch finanziell abzusichern, gründeten sie im März 2002 den Verein Winterlager. Für die Sportwoche können sich alle Schülerinnen und Schüler aus Niederwil, Nesselnbach und Fischbach-Göslikon ab der vierten Klasse anmelden.

Heuer wird das Lager zum 14. Mal durchgeführt. «Mit nur 35 Kindern gab es dieses Jahr zum ersten Mal eine Abnahme der Teilnehmer», sagt Adrian Schnegg, Vereinsleiter des Winterlagers. Vorher hätte die Zahl von Jahr zu Jahr ständig zugenommen. «Einerseits sind zehn Schüler, die bis jetzt jedes Jahr dabei waren, aus der Schule gekommen. Andererseits glaube ich, dass für den Rückgang der Skilagerteilnahmen die ganzen Smartphones und Spielekonsolen mitverantwortlich sind», hält Schnegg fest.

Dadurch habe das Interesse der Kinder an Skilagern spürbar abgenommen. «Wie ich festgestellt habe, fahren aber auch immer weniger Eltern Ski, was sich natürlich auf ihre Kinder auswirkt», sagt er.

Kommission statt Schule

In Muri finden derzeit drei Schneesportlager statt, die ebenfalls nicht von der Schule organisiert werden, sondern von einer externen Kommission der Gemeinde. «Wir achten strikt darauf, dass keine Murianer Lehrer in unseren Lagern dabei sind», sagt Roger Strebel, Leiter der Schneesportlager in Muri. Man wolle möglichst unabhängig von den Schulen sein.

Eine Abnahme der Teilnehmerzahl sei laut Strebel in Muri nicht zu verzeichnen. «Dieses Jahr sind es rund 180 Schülerinnen und Schüler, verteilt auf drei Gruppen in Elm, Sörenberg und der Klewenalp. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der letzten Jahre», hält der Organisator fest. Die Kommission organisiert in dieser Form die Schneesportwochen schon seit über 30 Jahren und werde das voraussichtlich auch weiterhin tun.

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